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Luise-Kiesselbach-Platz: Münchens größte Baustelle!

Rudolf Huber, vom 02.11.2011 09:06 Uhr
2,8 Kilometer lang und knapp 400 Millionen Euro teuer: Die Untertunnelung des Mittleren Rings im Südwesten ist Münchens größte Baustelle. Damit unten gebuddelt werden kann, muss der Verkehr am Ring (hier am Luise-Kiesselbach-Platz) per Linksschwenk komplett umgeleitet werden. Foto: Arge LKP/Baureferat

2,8 Kilometer lang und knapp 400 Millionen Euro teuer: Die Untertunnelung des Mittleren Rings im Südwesten ist zur Hälfte bereits fertig. Was wo genau gebuddelt wird – im AZ-Überblick.

MÜNCHEN - Auf Münchens längster Baustelle geht es rund. Bagger, Riesen-Bohrer, Flüssigbeton-Laster, dazu Teermaschinen, Radlader und Kräne – auf insgesamt 2,8 Kilometern nördlich und südlich des Luise-Kiesselbach-Platzes wird zeitgleich aufgerissen, betoniert, zugeschüttet und gebuddelt, was das Zeug hält. 150 bis 200 Menschen arbeiten hier – und alle haben ein Ziel: Bis zur zweiten Jahreshälfte 2015 sollen die zwei Röhren am südwestlichen Tunnel fertig sein, sollen die Dauerstaus ein Ende haben. Die AZ hat sich auf der Megabaustelle umgeschaut.

„Wir arbeiten auf der gesamten Strecke“, erklärt Johann Wittmann, der bereits die Arbeiten am Richard-Strauss-Tunnel geleitet hat. Im März 2009 ging’s auf der Heckenstaller- und der Garmischer Straße los, Halbzeit für das knapp 400 Millionen Euro teure Projekt war im vergangenen März. Wenn alles fertig ist, werden die Fahrzeuge aus dem Süden zunächst 600 Meter im Heckenstaller-Tunnel unterwegs sein, dann am Kiesselbachplatz 360 Meter ohne Deckel zurücklegen, um anschließend in den 1,5 Kilometer langen Luise-Kiesselbach-Tunnel abzutauchen.

Ein Sisyphos-Werk ist Kleinkram gegen die Herausforderungen dieses Projekts. Weil zum Beispiel auf 2,8 Kilometern Mittlerer Ring unzählige Gas-, Strom-, Wasser oder Fernwärmeleitungen verlegt sind, die alle für die Bauarbeiten umgelegt und umgeleitet werden müssen – allein dafür gehen 50 Millionen Euro drauf. Weil am Ring große Häuser stehen, deren Zu- und Abfahrten nicht gleichzeitig von den Tunnel-Buddlern versperrt werden dürfen. Und weil die ganze Zeit der Verkehr weiter rollen muss – so weit es denn möglich ist. Bisweilen stehen auch (fast) alle Räder still.

Schon die Koordinierung der Verkehrsführung, der jeweils nötigen Verschwenkungen und Absenkungen, ist ein kleines Wunderwerk der Logistik. An einer Stelle wird noch gegraben, daneben richten Arbeiter bereits eine provisorische Trasse für die nächste Verschwenkung vor. „Insgesamt legen wir den Verkehr auf der gesamten Strecke in mehreren Abschnitten vier Mal um“, erklärt Tunnel-Experte Wittmann.

Ernst wird es noch im Dezember an der Kreuzung Heckenstaller-/Passauer Straße. Dort wird der Verkehr so heftig verschwenkt, dass Wittmann schon jetzt weiß: „Das gibt wieder drei Wochen Probleme.“ Dann, so die Erfahrung der Tunnelbauer, haben sich die Autofahrer wieder umgewöhnt – und es fließt wieder einigermaßen. Derzeit werden mit Hochdruck die Bohrpfähle für die künftigen Tunnelwände gesetzt und die Tunnel-Deckel gegossen. „Knapp 70 Prozent der Bohrpfähle und rund 45 Prozent der Deckel sind bereits fertig“, so der Experte vom Baureferat. Sie werden ins Erdreich gegraben und aufs Erdreich gelegt.

Wenn alles betoniert ist, geht die Buddelei richtig los: Dann erst wird das Erdreich weggebracht, entstehen die Tunnel-Hohlräume. 600000 Kubikmeter Kies müssen dafür abtransportiert werden. Danach beginnt der Innenausbau.

68000 Quadratmeter Tunnelfläche werden am Schluss entstanden sein. Zum Vergleich: Am Richard-Strauss-Tunnel sind es 52000 Quadratmeter. Trotz der deutlich größeren Dimensionen schaffen es die beteiligten Firmen am Kiesselbachplatz in derselben Zeit. Ein Grund: Sie haben etwas mehr Platz, können gleichzeitig mehr Maschinen einsetzen. Und: Im Osten musste der Verkehr doppelt so oft umgelenkt werden wie beim aktuellen Projekt. Auch das hat viel Zeit gekostet.

„Wir liegen im Terminplan“, kann Johann Wittmann beim langen Marsch über die Großbaustelle verkünden. Eine Pause gönnen sich die Arbeiter nur zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag. Ansonsten wird durchgearbeitet, bis endlich alles fertig ist.

Kommentare (2)
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NOV
07
10:26 Uhr, geschrieben von PlatosRetreat
Ja klar
Ja klar kommt da irgendwo die Grüne Retourkutsche. Oberirdisch werden die Straßen so zurückgebaut,. dass man nur noch im Schildkrötentempo vorwärts kommt, und abbiegen darf man auch nirgends mehr (so wie jetzt an der Prinzregentenstraße, wo ein Linksabbiegeverbot gekommenist). Wahrscheinlich werden die Tunnelzufahrten so eng und schmal und mit fünf Ampeln hintereinander gebaut. dass man da gleich die nächsten 50 Mio. einplanen kann. Die dann ausgegeben werden, wenn der grüne spuk mal abgewählt ist.
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NOV
03
23:58 Uhr, geschrieben von Grüne Neinsager
Geplanter Stau
Gibt es da auch wieder einen mit eingeplanten Stau an der Einmündung der Garmischer Autobahn in den Mittleren Ring. So wie bei der IIfflandstr am Englischen Garten. Immernhin waren ja auch dort wieder die Verkehrsbremser von den grünen Dauer Neinsager mit bei der Planung. Und "zufällig" kommt dann drei Tage nach der Eröffnung ein fest eingeplanter Dauerstau an Tageslicht. So "billig" wie im Englischen Garten wird man dann mit mikrigen 50 Millionen den Tunnel nicht umbauen können.
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