Bauchspeicheldrüsenkrebs mit 35 Betroffene erzählt: Mein Kampf zurück ins Leben

Katarina P. (44) wurde 2009 im rechts der Isar operiert. Foto: Nina Job

Katarina P. ist 35, als sie die erschütternde Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommt. Dieser aggressive, kaum heilbare Tumor trifft vorwiegend ältere Menschen. Die junge Frau hatte seltenes Glück. In der AZ erzählt sie ihre Geschichte.

München - Es ist eine dieser Fragen, die immer unbeantwortet bleiben – warum ausgerechnet sie? Katarina P. lebte gesund, sie rauchte nicht, trank nur wenig Alkohol. "Ich weiß nicht, warum ich erkrankt bin", sagt die 44-Jährige heute.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine erschütternde Diagnose. Er gehört zu den schlimmsten Krebsarten, gilt als unheilbar. Katarina P. hatte seltenes Glück. Die gelernte Krankenschwester wurde 2009 im TU-Klinikum rechts der Isar operiert. Heute sagt sie: "Es geht mir gut!" In der AZ erzählt sie ihre Geschichte.

"Ich hab’ nur geheult, wusste nicht mehr, wo mein Auto steht"

Es war 2008, als sich die ersten Anzeichen bemerkbar machten. Katarina P. war 35 Jahre alt, stand voll im Leben. Ihr Sohn war sechs. Sie arbeitete in der Firma ihres Mannes bei Regensburg mit. Im Herbst schloss sie sich einer Nordic-Walking-Gruppe an. "Ich habe schnell drei Kilo verloren. Zuerst habe ich mich gefreut, ich dachte, das kommt vom Sport."

Doch sie verlor nicht nur Gewicht, sie bekam auch Schmerzen im Oberbauch und Haarausfall. Ihr Hausarzt machte eine Ultraschalluntersuchung, fand aber nichts. Er empfahl ihr Vitamine zu nehmen und den Stress zu reduzieren. Doch die Vitamine halfen nichts. "Ich habe mich immer kaputt gefühlt." Auch die Bauchschmerzen blieben.

Ende Februar 2009, als sie ihre Eltern in der Slowakei besuchte, ging es Katarina P. extrem schlecht. "Ich lag eine Woche im Bett, hatte Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall." Eine schwere Grippe – dachte sie.

Wieder zurück, suchte sie eine andere Praxis bei einer Allgemeinärztin auf. Erneut wurde sie mit Ultraschall untersucht. Dieses Mal wurde die Ärztin fündig. "Sie haben eine Zyste auf der Bauchspeicheldrüse", sagte sie.

Am Abend bevor sie in die Klinik fährt, schreibt sie ihr Testament

Am Tag danach bekam Katarina P. bei einem Radiologen in Regensburg die Diagnose: ein Bauchspeicheldrüsentumor, 3,2 Zentimeter groß. "Ich hab’ nur geheult. Ich konnte mein Auto nicht finden, wusste nicht mehr, wo es steht."

Danach ging alles sehr schnell. Über eine Freundin erfuhr sie vom Pankreaszentrum im rechts der Isar. Katarina P. bekam schnell einen Termin. Sie verständigte ihre Eltern, brachte ihren Sohn zur Großmutter. "Am Abend habe ich mein Testament geschrieben."

Am nächsten Tag, einem Mittwoch, brachte sie ein Freund nach München. Am Donnerstag und Freitag fanden Untersuchungen statt. "Übers Wochenende wurde ich nach Hause geschickt, um meine Sachen zu regeln." Am Montag wurde sie operiert – acht Stunden lang.

Am Bett saß ihre Mutter: "Gib nicht auf, Kati! Wir sind für dich da!"

"Ich wachte auf einer Liege auf. Überall an meinem Körper hingen Schläuche. Ich bekam Infusionen. Als ich den riesigen Verband auf meinem Bauch sah, war ich total schockiert."

Es folgten harte, lange Wochen mit Fieber, und Depressionen. "Ich bekam alle vier Stunden Schmerzmittel, konnte nichts essen, nahm zehn Kilo ab. Ich bin durch die Hölle gegangen." Ohne die positive Unterstützung von meiner Familie und Freunden, hätte sie diese Zeit nicht überstanden, sagt sie. "Meine Mutter sagte immer: ‘Gib nicht auf, Kati! Wir sind für dich da!’"

Sechs Monate dauerte es, bis sie wieder auf die Füße kam. Nach der Klinik folgte eine fünfwöchige Reha. Schritt für Schritt kämpfte sich Katarina P. ins Leben zurück. Eine Chemotherapie und Bestrahlungen blieben ihr erspart.

Nach fünf Jahren begann Katarina P. wieder zu arbeiten – halbtags in einem HNO-Zentrum. "Ich wollte wieder zurück in ein normales Leben." Große Anstrengungen muss sie bis heute vermeiden. Nachmittags legt sie sich hin. Doch Katarina P. kann heute sagen: "Ich fühle mich gesund!"

Ihr Kampf gegen den aggressiven Krebs war erfolgreich. "Das verdanke ich meinem Operateur, dem professionellen Team in der Klinik und meiner Familie."

Lesen Sie hier: Report legt offen - So oft melden sich Münchner krank

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