Der FC Bayern verlängert mit Jared Homan bis 2014. Zwei neue Spieler sollen den US-Star demnächst unterstützen.

MÜNCHEN Bevor Jared Homan die Basketballer des FC Bayern nach der vergangenen Saison in seine Heimat Iowa flog, trug er noch sein Anliegen beim Verein vor. „Er hat bei Dirk Bauermann, Marko Pesic und mir seinen ausdrücklichen Wunsch geäußert, auch in der kommenden Saison bei uns zu spielen”, sagt Vizepräsident Bernd Rauch. Die Bayern erfüllten ihrem Center diesen Wunsch – und verlängerten dessen Vertrag bis 2014.

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Das allerdings nicht aus Nächstenliebe, sondern weil Homan schlicht ein stark überdurchschnittlicher Basketballer ist. „Er gehört in der Bundesliga zu den besten drei auf seiner Position”, sagt Sportdirektor Pesic. Homan war in der vergangenen Saison im laufenden Betrieb nachverpflichtet worden. „Jetzt absolviert er die gesamte Vorbereitung mit der Mannschaft. Das wird noch besser aussehen als bisher”, sagt Pesic. 14,5 Punkte und 7,8 Rebound holte Homan im Schnitt für die Bayern, entscheidendende Fortschritte erhofft sich der Verein aber im Kopf des 29-Jährigen.


Auf dem Platz neigte Homan oft zu Hektik, traf hastige Entscheidungen und wollte Situationen oft mit purer Kraft (der 2,08-Meter-Athlet besitzt reichlich davon) entscheiden. Homan ist ein Basketballer mit vielen Fähigkeiten, überaus großem Kampfgeist und Herz – was Trainer Bauermann sehr schätzt. Aber er ist auch ein Hitzkopf und manchmal leicht provozierbar.


Anfang April geriet er bei einem unerlaubten Milchbar-Besuch in eine Schlägerei, er landete daraufhin auf der Polizeiwache und Bauermann verpasste ihm eine Geldstrafe. Erstaunlicherweise brachte das Ereignis Homan und den Verein aber noch näher zusammen. „Wer bei uns zum ersten Mal Mist baut, der kriegt eine zweite Chance”, sagt Rauch. Das heißt für Homan, der sehr zu schätzen wusste, dass der Verein ihn nach dem Vorfall aus der Schusslinie nahm, aber auch: Ein zweites Mal sollte er sich besser nicht in der Disco erwischen lassen.


Auf dem Parkett erhoffen sich die Bayern von Homan, der in Bauermanns System eine entscheidende Rolle hat, mehr Ruhe und Umsicht. Um ihm Druck von den Schultern zu nehmen wird er wohl noch zwei neue Mitspieler bekommen. „Wir schauen uns auf der Aufbauposition und nach einem Comboguard um”, sagt Pesic – Spieler, die Homan mit Distanzwürfen entlasten können. So wie Bastian Doreth. Die Vertragsverlängerung des Neu-Nationalspielers (23) werden die Bayern in den kommenden Tagen bestätigen.


Einen weiteren großen Spieler möchte Pesic vorerst nicht holen: „Wir sind unter dem Korb sehr gut besetzt.” Auch Power Forward Chevon Troutman bleibt bekanntlich bis 2014.