Hitziges Spitzenspiel in der BBL: Der FC Bayern und Gegner Alba Berlin im Topspiel-Check

MÜNCHEN Am vergangenen Wochenende hatte Präsident Uli Hoeneß in der „BamS” erklärt, eine Verpflichtung von Dirk Nowitzki nach dessen NBA-Karriere käme für den FC Bayern nicht in Frage – der Verein sei schließlich „kein Altersheim für Basketballer” und wolle die zukünftigen Nowitzkis lieber gleich selbst ausbilden.

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Pünktlich zum BBL-Prestigduell der Bayern gegen Alba Berlin (Sonntag, 13 Uhr, im Audi Dome, live auf Kabel1) giftet nun Alba-Chef Axel Schweitzer in der „Bild”: „Hoeneß’ Aussage ist diffamierend. Wir sprechen vom größten aktiven Sportler Deutschlands.” Und legt nach: „Wer weiß, ob sich der FC Bayern nach Nowitzkis Vertragsende in Dallas überhaupt noch im Profi-Basketball engagiert. Es gibt zwei Basketball-Marken in Deutschland: Nowitzki und Alba. Die zu verbinden, wäre genial.” Die Bayern reagieren darauf bedacht: „Wir haben das zur Kenntnis genommen und werden nicht kommentieren”, sagt Sportdirektor Marko Pesic.


Zwei Spitzenteams im Clinch – die AZ macht den Topspiel-Check:

Die Stars: Kapitän Steffen Hamann ist das Gesicht der Bayern, US-Forward Chevon Troutman meist der beste Mann. Robin Benzing reift zum deutschen Star heran. Spieler wie Tyrese Rice sind solide europäische Klasse. In Berlin ragt im Moment der bullige Deon Thompson heraus – sonst ist die Last auf vielen Schultern verteilt: Aufbauspieler Da-shaun Wood ist gefährlich, Nationalspieler Heiko Schaffartzik sowieso.

Die Halle: Berlin spielt in der 2008 eröffneten O2-World (14500 Plätze, 3000 verkaufte Dauerkarten), Bayern im Audi Dome (6700, 2500 Dauerkarten), der Basketball-Halle der Olympischen Spiele von 1972. Bisher kommen in Berlin 10228 Zuschauer im Schnitt, in München 5760.
Die Promi-Fans: Usain Bolt, Eva Padberg, Bastian Schweinsteiger, Kai Pflaume – und für Sonntag hat sich Andrea Petkovic angekündigt. Das sind nur die bekanntesten Stars, die zum Teil regelmäßig in den Audi Dome kommen. Da kann Berlin nicht mithalten: Zu den bekanntesten Fans gehört dort Kult-Handballer Stefan Kretzschmar.

Die Finanzen:
Der Etat der Bayern liegt bei rund neun Millionen Euro, der Berliner etwa 1,5 Millionen darunter. Beide Vereine setzen entsprechend einer Analyse des Magazins „Sponsors” auf wenige starke Partner und kommen mit zehn Sponsoren aus.

Die Marke:
Als achtfacher Deutscher Meister ist Alba Berlin neben Bamberg als Top-Team absolut legitimiert. Allerdings berichtet „Sponsors” von einer aktuellen Studie: Die besagt, dass der FC Bayern es unter den Umfrageteilnehmern schon im zweiten BBL-Jahr auf 66 Prozent Markenwahrnehmung bringt – knapp vor Berlin mit 64,7 Prozent.

Der Pesic-Faktor: Vier der acht Meisterschaften feierte Berlin mit Svetislav Pesic – dem jetzigen Bayern-Coach. Sohn Marko, nun Sportdirektor in München, holte mit Berlin sechs Mal den Titel. Bis vor kurzem war Berlin noch die deutsche Heimat der serbischstämmigen Familie. „Ich freue mich, alte Freunde zu treffen”, sagt Svetislav Pesic. Und: „Ich sehe Berlin nicht als Rivalen, denn ich habe mich immer mit dem Verein identifiziert.”