"Banyan" in der Isarvorstadt Riesling zu Reispapierrollen

 Foto: Daniel von Loeper

 Das vietnamesische Lokal „An Thu“ hat eine Schwester bekommen: Das „Banyan“ in der Goethestraße

Als Hien Tran um die Hand seiner Frau bat, nahm ihn An Thus Vater zur Seite. „Du weißt, dass sie nicht kochen kann?“, fragte er. „Kein Problem“, sagte Hien Tran, „dann essen wir eben woanders!“

Seit 21 Jahren sind die beiden jetzt verheiratet, haben Kinder, und essen tatsächlich oft im Lokal. Allerdings in ihren eigenen – im „An Thu“ in der Kurfürstenstraße und seit letzter Woche auch im „Banyan“ in der Goethestraße. An Thu hat das Kochen gelernt, und wie. Hing Stunden am Telefon mit ihrer Mutter, einer begnadeten Köchin, und ließ sich ein vietnamesisches Gericht nach dem anderen erklären.

„Frische Kräuter kann jeder“, sagt Tran. „Worauf es wirklich ankommt, sind die Soßen.“ In Schwabing haben sich An Thus Kochkünste herumgesprochen, das kleine Lokal in der Kurfürstenstraße ist jeden Abend ausgebucht. „Viele Gäste sind in den drei Jahren zu Freunden geworden“, sagt Hien Tran.

Und Freunde schickt man nicht gern weg. Da traf es sich, dass in der Goethestraße ein größeres Restaurant, das „Ha Long“ frei wurde, und das zwei von An Thus Stammgästen Innenarchitektinnen sind, die dem Sousparterre mit großer Terrasse in sechs Wochen stylischen Asia-Chic verliehen.

Gold und Purpur, Blüten- und Schmetterlingsverzierte verzierte Tapeten, ein kleiner Raum für private Feste, eine loungige Terrasse. „Es ist so schön geworden“, strahlt An Thu, die gerade aus der Küche kommt, „und man sieht trotzdem, dass die zwei Lokale zusammengehören.“ Hien Tran kauft jetzt für beide ein, besonders die vietnamesischen Fischgerichte lieben die Gäste.

Natürlich gibt es die klassischen Reisnudelschalen, Suppen und Sommerrollen, dazu kleine Vorspeisen wie gedämpfte Teigtaschen mit Garnelenfüllung (8,90 Euro) oder Rindfleisch mit Zitronengras in Wildbetelblätter gewickelt (6,90), Hien Tran liebt den Entensalat mit Limetten, Schalotten und Mangostreifen (13,90). Currys gibt es etwa mit wirklich riesigen Riesengarnelen (21,50), ein typisches Hanoi-Gericht ist der marinierte Seeteufel mit Dill und Zwiebeln, der mit Reisnudeln und Kräutern in einem Tontopf serviert wird (21,50).

Wer bei der Weinauswahl Hilfe braucht, dem kann der Banyan-Leiter Moritz Haake zu jedem Gericht einen passenden Tropfen empfehlen, „deutsche und österreichische Rieslinge passen lustigerweise sehr gut zu vietnamesischem Essen“, sagt Hien Tran.

Letzte Woche stieg die große Eröffnungsparty, als Dankeschön an alle Gäste. Nebenbei kamen 2550 Euro für den Kinderschutzbund zusammen, „uns geht es gut, da wollen wir auch an die denken, die nicht feiern können“, sagt Tran. Einen Platz im An Thu zu bekommen ist immer noch schwer. Aber jetzt wissen die Gäste, wo sie einen genauso schönen Abend bei feinem vietnamesischen Essen und guten Weinen verbringen können – und fahren ins Banyan.


 Goethestraße 68, Mo. bis Sa. 11.30 – 14. 30 Uhr und 18 – 24 Uhr, www.banyan-restaurant.de, Tel.: 5309321

 

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