Die teilverstaatlichte Commerzbank will in den kommenden Jahren weitere 4000 bis 6000 Stellen streichen.

Frankfurt/Main - "Die genaue Höhe des Abbaus wird in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmergremien vereinbart", teilte die Bank am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die Gespräche sollen im Februar starten. Nach einem internen Dokument des Instituts, das der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, hat sich der Gesamtbetriebsrat bereits am Mittwoch (23. Januar) getroffen. Zudem geht aus den Unterlagen hervor, dass sich der Stellenabbau auf alle Bereiche der Bank weltweit - außer den beiden Töchtern Bre Bank in Polen und der Onlinebank Comdirect - bezieht. Zuletzt beschäftigte der Konzern rund 56 000 Mitarbeiter.

Die neuen Kürzungen knüpfen an das derzeit noch laufende Sparprogramm an. Im Zuge der Dresdner-Bank-Übernahme wurde der Abbau von 9000 Arbeitsplätzen angekündigt. Hier ist die Bank fast am Ziel. Doch angesichts des weiter harten Wettbewerbs und der neuen strengeren Vorgaben für Banken reicht das nicht.

"Wenn wir unsere Ertrags- und Wachstumsziele unter anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen erreichen wollen, sind Anpassungen in der Personalstruktur notwendig", wird Personalvorstand Ulrich Sieber in dem Dokument zitiert: "Dabei bauen wir nicht nur ab. Wir werden gezielt investieren und in einigen Bereichen der Bank auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen."

Neben der Streichung von bis zu elf Prozent der Stellen prüft das Institut die Verlagerung von Leistungen, die an anderen Standorten billiger erledigt werden können. Über einen weiteren Stellenabbau bei der Commerzbank wird seit Monaten spekuliert, nachdem Unternehmenschef Martin Blessing im Sommer einen weiteren Konzernumbau angekündigt hatte.

Zuletzt war in Berichten von bis zu 6500 der 43 400 Stellen in Deutschland die Rede. Wie viele Arbeitsplätze hierzulande von der Ankündigung der Bank bedroht sind, ist offen. Wegen der Vielzahl an Themen und Komplexität der Gespräche mit dem Betriebsrat sei es noch nicht absehbar, wie lange diese dauern werden, hieß es in dem internen Dokument.

Die Commerzbank hatte sich 2008 mit der Übernahme des Konkurrenten Dresdner Bank kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise verhoben und brauchte deswegen Geld von der Regierung. Der Staat hält seitdem etwas mehr als ein Viertel der Commerzbank-Anteile.

Blessing sucht nach Wegen, um die Bank dauerhaft profitabel zu machen. Er hat die Bank bereits deutlich eingedampft, Sparten und Risiken abgestoßen, stößt aber auf immer neue Probleme. Zuletzt schwächelte vor allem das Geschäft mit Privatkunden. Hier verdiente die Bank vor allem Filialgeschäft kaum Geld. Privatkunden-Vorstand Martin Zielke kündigte zuletzt immer wieder an, dass dieser Bereich neu aufgestellt werden soll. Dabei geht es ihm vor allem um flexiblere Arbeitszeiten.