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Ballett Rotziger Tanz und Teenie-Aggression

Volker Boser, vom 31.01.2012 17:00 Uhr
Streetgang im Anmarsch. Foto: Wilfried Hösl
Streetgang im Anmarsch. Foto: Wilfried Hösl

Das Staatsballett tanzt „Das Mädchen und der Messerwerfer” mit Klassikern im Prinze

Die Bühne ein Spielplatz mit Schaukel, Rutschbahnen und einem Sandkasten: Mit Simone Sandronis Tanzstück „Das Mädchen und der Messerwerfer” nach dem Gedichtzyklus von Wolf Wondratschek hat sich das Bayerische Staatsballett weit von den Ritualen des klassischen Tanzes entfernt. Stattdessen erlebten die zunächst verblüfften, dann begeisterten Zuschauer im Prinzregententheater einen Mix aus rotzigem Speed Dance und geballter Teenie-Aggression.

Auf dem versifften Spielplatz treffen sich Frustrierte und Verlorene: Junkies, Obdachlose, Teenager, alle ohne Zukunft, aber mit eiserner Energie. Ein wildes, fantasievolles Tanz-Festival beginnt. Rutschbahn und Schaukel dienen als Requisiten für hinreißende Streetdance-Banalitäten. Die Musik (48nord) verwandelt Opernarien zu Punk-Gerassel. Es war etwas los auf der Bühne – und trotz allem Zirkus blieb die emotionale Substanz der Gedichte Wondratscheks stets gegenwärtig.

Schon vor diesem beeindruckenden Finale gab es Juwelen zu bestaunen. Kenneth MacMillans „Las Hermanas”, beim Staatsballett erstmals 1975 gezeigt, ist längst ein Klassiker. Zu Frank Martins Cembalokonzert wird Lorcas Tragödie „Bernarda Albas Haus” knapp und schnörkellos nacherzählt, mit kantigem Bewegungsvokabular, das gleichermaßen Bigotterie und Verletzlichkeit auszudrücken vermag. Lucia Lacarra bewältigte den Trapezakt zwischen Lust und Zurückhaltung mit bewegender Souveränität.

Zwei Choreografien des Kanadiers Russell Maliphant sorgten schließlich dafür, dass diesmal alles stimmte: In „Afterlight” schlängelte sich Gasttänzer Daniel Proietto zu Klaviermusik von Satie innerhalb einer Lichtfläche, deren Größe variierte. Die schnellen Drehungen entsprachen dem melodischen Kreiseln der Musik. „Broken Fall” lieferte das Kontrastprogramm dazu. Ein akrobatischer Pas de trois mit Gala-Qualitäten, von Ekaterina Petina, Marlon Dino und Erik Murzagaliyev bravourös serviert – das Publikum war happy und hatte allen Grund dazu.

Wieder am 1. und 2. Februar, Karten unter Tel.21851920

Kommentare (2)
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FEB
05
19:53 Uhr, geschrieben von Jezabel
Teenie Agression und Ähnliches
@J the Troll - na, Herr Oberlehrer fühlen sie sich jetzt besser ? Nachdem sie der AZ und den restlichen Deutschen mal gesagt haben wie die deutsche Sprache zu gebrauchen ist ? Vielen Dank für ihre Zurechtweisung. Bleiben sie lieber ein Troll unter Trollen. .
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FEB
03
20:13 Uhr, geschrieben von Joe the Troll
Bavarian State Ballet - more Euro-Trash " choreography "
As an Anglophone who reads German, I am distressed by your "use "- or to be more precise , the misuse of English .What in heavens` sake does "Speed Dance" , "Punk Gerassel "and " Teenie Aggression " mean ? Why do Germans use English words the meaning of which they do not properly understand ? It gets even worse : combining English and German words ! It really shows the lack of general education in your country , and the lack of professionalism of the editorial staff of your newspaper....I do not think that such rags as the "New York Post" or the "Daily News" will start using German , Italian, or French words in their articles and reviews . Why not just write in proper German ? There are German equivalents for for such words as teenager , etc. ,why not use them ? Anglophones are not impressed by your poor command of the language . As to the latest presentations of your local ballet - suffice it to say that Mr. Liska has really been at detriment to its development . This pathetic crud does not even qualify as ballet . But perhaps this company should be renamed as follows : " The Bavarian State Ballet of Third-Rate Non-German Dancers Who Cannot Find Work Anywhere Else ". My suggestion - close the company and use the money for the Staatsoper , and invite such companies as the Bolshoi , Mariinsky , NYCB , ABT , POB , Royal Ballet . The tax-paying citizens of Bavaria deserve more that the this travesty of ballet.
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