Bahn-Vorstand besucht Azubis "Lokführer brauchen wir noch sehr lange"

Bahn-Vorstand Berthold Huber (2.v.r.) bei den Azubis. Foto: Claus Weber

Ein Vorstand der Deutschen Bahn trifft junge Münchner Azubis – und hat gute Nachrichten dabei.

Neuhausen - Zur Zeit ist viel vom autonomen Fahren die Rede. Wenn es um die Autos der Zukunft geht. Aber nicht nur da – sondern auch bei der Bahn.

Montagmorgen, in der Bahn-Zentrale an der Donnersbergerbrücke: Hier hat Berthold Huber heute einen ungewöhnlichen Termin. Der Mann ist im Vorstand der Deutschen Bahn und für den Personenverkehr verantwortlich. Er ist zuständig für fast 40.000 Züge am Tag in Deutschland, für zahllose Buslinien und den Nahverkehr in halb Europa. Doch heute gibt es kein Meeting mit den Wichtigen des Konzerns – sondern ein Gespräch mit jungen Lokführern in Ausbildung.

Da geht es schnell auch um die Digitalisierung. Und das autonome Fahren: Züge automatisieren. Die Bahn will bei dem Thema aufs Gas drücken. Für junge Lokführer durchaus ein Zielkonflikt: Werden ihre Jobs irgendwann überflüssig?

Lokführer und autonomes Fahren: "Das eine muss das andere nicht beeinträchtigen"

Nein, beruhigt der Vorstand aus Berlin. "Wir werden noch sehr lange gut ausgebildete Lokomotivführer brauchen." Aber natürlich wolle man den Bahnbetrieb weiter automatisieren. "Das eine muss jedoch das andere nicht beeinträchtigen."

Beruhigend für die Nachwuchs-Lokführer. Heute mögen zwar nicht mehr viele Kinder mit Modellbahnen spielen. Doch die jungen Azubis sind Eisenbahner aus Leidenschaft. Oft waren schon die Väter bei der Bahn. "Schon seit ich klein bin, war Lokführer ein Traumberuf für mich", sagt Marcus Boeck (22). Schon als Kind habe er gerne an Bahnhöfen gestanden und den Lokführern gewunken.

Der Vorstand aus Berlin gibt sich gegenüber den jungen Leuten nahbar, kollegial. Der 53-Jährige hat die Krawatte weggelassen, sitzt auf der Couch zwischen den Lehrlingen. Als "Chef zum Anfassen" hat die Bahn Huber den jungen Münchnern angekündigt. Und tatsächlich: Sie sind hinterher ganz begeistert. Marcus Boeck lobt das ungewöhnliche Treffen. "Ich fand es super, dass sich Herr Huber so gut auskannte." Huber selbst hat es ebenfalls gefallen.

Und die Motivation der Azubis dürfte er sogar nochmal gesteigert haben. Jetzt, da der hohe Gast versichert hat, dass sie auch in vielen Jahren noch aus dem Zug den Kindern am Bahnsteig zuwinken können.

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