Baden-Württemberg Schwachstelle behoben: Bayern holt Wagner

Sandro Wagner. Foto: Uwe Anspach/Archiv Foto: dpa

München - Der FC Bayern München hat für die Titeljagd im neuen Jahr in Fußball-Nationalspieler Sandro Wagner den lange vermissten Top-Vertreter für Torjäger Robert Lewandowski verpflichtet. Der 30 Jahre alte Angreifer wechselt zum 1. Januar von 1899 Hoffenheim zum deutschen Fußball-Rekordmeister. Bei seinem Heimatclub hat der gebürtige Münchner einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieben.

"Ich freue mich riesig. Eine lange Reise geht für mich zu Ende, ich komme wieder nach Hause zu meinem Verein, in meine Heimat", äußerte Wagner am Donnerstag: "Ich bin sehr glücklich, dass alles geklappt hat. Bayern ist der beste Verein in Deutschland und einer der besten der Welt. Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen."

Die Ablösesumme soll bei einem Sockelbetrag von zwölf Millionen Euro liegen; Angaben der Vereine gab es nicht. Der U21-Europameister von 2009 wird seine Arbeit beim Bundesliga-Tabellenführer zu Jahresbeginn im Trainingslager vom 2. bis 7. Januar in Katar aufnehmen. "Ich bin heiß auf die neue Aufgabe", sagte Wagner im FC-Bayern-TV. "Ich bin topfit. Ich habe die letzten Wochen etwas pausieren müssen. Jetzt kann ich voll angreifen."

Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist überzeugt davon, dass Wagner "die Qualität unserer Mannschaft durch seine Klasse und seine Erfahrung weiter erhöhen wird". Vor dieser Saison waren bereits die Nationalspieler Niklas Süle und Sebastian Rudy von Hoffenheim nach München gewechselt.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes erhält in dem körperlich robusten und torgefährlichen Wagner eine echte Alternativ-Option zu Lewandowski auf der Position der zentralen Sturmspitze. Die Bayern mussten vor allem in der vergangenen Saison beim Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Real Madrid erfahren, wie sehr sie ein Ausfall des polnischen Torjägers gerade auf internationaler Ebene schwächt. Lewandowski fehlte damals im verlorenen Hinspiel wegen einer Schulterverletzung.

Wagner trug schon in der Jugend das Bayern-Trikot. Er bestritt vor zehn Jahren sogar vier Bundesligaspiele für den Rekordmeister, konnte sich aber nicht bei den Profis durchsetzen. Nach Stationen beim MSV Duisburg, Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC und Darmstadt 98 stieg Wagner in Hoffenheim sogar zum Nationalspieler auf (7 Länderspiele/5 Tore).

Der Spätberufene besitzt gute Chancen auf eine WM-Teilnahme 2018 in Russland. Mit Bundestrainer Joachim Löw thematisierte Wagner den Wechsel darum auch vorab. Löw riet ihm nicht ab. "In Hoffenheim war er, wenn er gesund war, eigentlich immer in der Anfangsformation. Bei Bayern weiß man, dass sich das vielleicht ein bisschen ändert. Auf der anderen Seite habe ich ihm auch gesagt, dass er wahrscheinlich schon genug Möglichkeiten bekommt. In allen drei Wettbewerben sind die Bayern noch vertreten, dann haben sie im nächsten Jahr viele Spiele", sagte Löw dem Radiosender "B5 aktuell". Er habe Wagner "auch ans Herz gelegt", bei Trainer Heynckes und den Verantwortlichen des FC Bayern abzuklären, "wie sie mit ihm planen".

Der fast zwei Meter große Wagner hatte für Hoffenheim seit 2016 in 42 Ligaspielen 15 Tore erzielt. Man verliere "einen echten Wettkämpfer", kommentierte TSG-Cheftrainer Julian Nagelsmann. Sportchef Alexander Rosen sprach ebenfalls von einem sportlichen "Verlust". Er verwies aber auch auf die wirtschaftlichen Faktoren des Transfers. Diese seien mit den Bayern "zu unserer Zufriedenheit definiert" worden.

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