AZ-Test des zweiten Kompakt-Opel mit X Crossland X: Der flotte Van- und SUV-Mix

SUV mit Van-Genen - und umgekehrt: Die Frontpartie des Crossland X ähnelt sehr der des SUV-Bruders Mokka X. Foto: Opel

Die Autobauer stoßen mit neuen Modellen in jede Lücke, auch wenn sie noch so klein ist. Und wenn keine Lücke da ist, wird sie geschaffen – etwa mit einem CUV.

München - Was kommt dabei heraus, wenn man einen Mokka X mit einem Meriva kreuzt? Ganz einfach: der Opel Crossland X. Nachdem Vans heutzutage als eher uncool gelten, SUV oder Crossover aber als der absolute Hit, war es nur einleuchtend, dass die Rüsselsheimer ihr braves Nutz- und Freizeitmodell in einen CUV verwandelten. Und dabei wo kräftige Anleihen nahmen? Klar: beim Mokka X.

Aber halt: Was heißt denn jetzt schon wieder CUV? Ganz einfach: Crossover Utility Vehicle. Das bedeutet nichts anderes, als dass die hohe Alltagstauglichkeit des Vans durch ein fesches und zeitgemäßes Design aufgemaschelt wird. Und beim Blick auf den Crossland X konstatiert der AZ-Tester: Jawohl, die Operation ist gelungen.

Denn der kompakte Alleskönner ist wirklich wohl geraten. Er wirkt nicht ganz zu offroadig wie der Mokka X, die Kontrastlackierung des Daches, der Unterfahrschutz und ein bisschen Chrom plus das gezackte Tagfahrlicht sorgen aber für einen gelungenen Auftritt. Die hohe Sitzposition hat das CUV mit den SUV gemeinsam. Und das Platzangebot im 4,21 Meter langen Opel ist dank aufrechter Sitzposition und einer gelungenen Raumökonomie ebenfalls gut. Typisch Van ist die Möglichkeit, die hintere Sitzbank um 15 Zentimeter zu verschieben – für mehr Beinfreiheit oder einen größeren Kofferraum, je nachdem, was gerade gebraucht wird. Die Ausbeute ist durchaus beachtlich: Zwischen 410 und 520 Liter liegt das Volumen, das ist laut der Opelaner ein Klassen-Bestwert. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, stehen 1255 Liter Stauraum parat.

Die Bedienung von Tasten, Schaltern und Touchscreen ist ganz Opel, wer zuvor eines der aktuellen Modelle gefahren hat, kommt auf Anhieb zurecht und freut sich in der getesteten Version Innovation über eine Menge feiner Helfer für alle Widrigkeiten des Alltags. So gibt es teils serienmäßig, teils gegen wirklich fair kalkulierte Aufpreise so nette Dinge wie das Intellilink-Infotainment-System, die Vernetzung per Opel Onstar, LED-Hauptscheinwerfer mit Fernlicht-Assistent, Tempomat mit Limiter, Verkehrsschild-Erkennung, Park-, Totwinkel- und Spur-Assistent, ein Head-up-Display oder eine 180-Grad-Rückfahrkamera. Letztere kostet im Paket mit Parkpilot, beheizbarem Lederlenkrad und Sitzheizung gerade mal 810 Euro.

Die Materialien im Innenraum sind angenehm anzufassen und schauen definitiv nicht nach Verzichtserklärung in Sachen Qualität aus. Wenn möglich, sollten die von der Aktion gesunder Rücken (AgR) zertifizierten Sitze gewählt werden – auf denen machen auch 500 Kilometer am Stück keine Probleme. Die Lenkung liefert eine gute Rückmeldung, das Fahrwerk dürfte einen Tick verbindlicher sein, damit die Signale von schlechten Straßen ein wenig gedämpfter ausfallen.

Welcher Antrieb macht im Crossland X Sinn? Der von der AZ getestete 1,2 Liter-Benziner mit munteren 130 PS ist sicher ein heißer Favorit für die Wahl zum Lieblingsmotor. Denn das kleine Aggregat läuft leise und kultiviert, lässt sich schaltfaul fahren (Sechsgang-Handschalter) und dreht bei Bedarf erstaunlich kräftig auf. 9,1 Sekunden für den 100er-Sprint und 206 km/h Spitze sind eine ordentliche Ansage des kleinen Rüsselsheimers. Das macht auch Piloten Spaß, die sonst mit deutlich größeren und stärkeren Geräten unterwegs sind. Auch am Verbrauch gibt es nichts zu meckern, im AZ-Test kamen im Schnitt 6,8 Liter Super je 100 Kilometer zusammen.

Und wie schaut es mit den Preisen aus? Crossland-X-Fahren beginnt bei 16 850 Euro für den 82 PS starken, Turbo-losen 1,2 Liter Benziner in der Basisversion Selection. Den getesteten 130 PS-Dreizylinder mit Direct Injection Turbo bietet Opel ab 21.100 Euro als nächsthöheren Edition und ab 22.300 Euro als Innovation an.

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