AZ-Serie „Sport in den Bergen“, heute mit dem Klassiker: Bergsteigen auf den Gipfel des Ettaler Mandl – und zwar familienfreundlich. Von dort reicht der Blick bei gutem Wetter sogar nach München

München - Sport in den Bergen besteht nicht nur aus Canyoning, Rafting und anderen Actionspektakeln. Die machen natürlich sehr viel Spaß, aber man kann die Berge auch viel ruhiger und friedlicher genießen. Und so folgt hier ein Klassiker der Bergsportarten – und zwar das Bergsteigen. Allerdings auf ganz dezente und familienfreundliche Art und Weise, ohne Seil und Klettergurt. Dafür aber mit einem Klettersteig, der einen hochalpine Luft schnuppern lässt, und der zum Gipfel des Ettaler Mandl führt – einer der wohl schönsten Aussichtspunkte der Alpen.

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Zwischen Oberammergau und Ettal steht der bewaldete Kamm des Laber (1686 m). Aus diesem ragt der kleine Felsaufbau des Ettaler Mandl (1332 m). Am Kloster Ettal (877 m) startet die Bergtour, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt. Vom Parkplatz östlich der Klostermauer verläuft der Mandlweg, dieser schlängelt sich angenehm durch Schatten spendende Wälder Richtung Gipfel und führt durch den Tiefentalgraben. Der Pfad wird schmaler und steiler, führt an einer Hütte (1332 m) vorbei.


Plötzlich zeigt der Wegweiser nach links. Doch da steht eine schroffe Felswand, die über 50 Meter hoch in den blauen Himmel ragt. Schaut erst einmal sehr mächtig und gewaltig aus. Doch dann sieht man eine schwere Eisenkette, die den Klettersteig markiert und sichert. Zudem bieten die Felsen sehr gute Griffe und sicheren Stand. Weniger Geübte und vor allem Kinder sollten ein Klettersteigset benutzen.


Und wenn man dann nach insgesamt gut zwei Stunden Aufstiegszeit oben neben dem Gipfelkreuz steht, offenbart sich einem ein fantastischer Alpenrundblick. Der Gipfel des Ettaler Mandl ragt wie ein Thron aus dem bewaldeten Kamm des Laber – und so liegen einem das Werdenfelser Land, die Ammergauer Alpen und die Seenkette des Voralpengebiets mit Kochelsee, Staffelsee, Walchensee, Starnberger See und Ammersee zu Füßen. Bei guter Sicht blinzelt München im Sonnenlicht.


Der Abstieg erfolgt erneut über den Klettersteig. Nun kann man den gleichen Weg zum Kloster Ettal zurücklaufen. Eine sehr schöne Variante ist allerdings auch der schmale Pfad zur Bergstation des Laber, die nur eine gute halbe Stunde entfernt ist und sich direkt auf dem Kamm befindet. Vom Bergrestaurant mit Terrasse kann man ebenso einen traumhaften Blick über die Alpenregion genießen. Oder die Flugkünste von Bergdohlen und den Gleitschirmfliegern bewundern.


Die knapp 60 Jahre alte Seilbahn bringt einen dann schließlich ganz gemütlich für neun Euro nach Oberammergau ins Tal zurück. Doch diese hochalpine Investition lohnt sich – schließlich sitzt man in der letzten noch verkehrenden Großkabinen-Zweiseil-Umlaufbahn der Welt. In der Mitte der Strecke bleibt die Seilbahn für ein paar Minuten stehen, da die beiden anderen Großkabinen in der Berg- und Talstation halten und Leute zusteigen lassen. Von Oberammergau fahren regelmäßig Busse zum Kloster Ettal.

Weitere Infos: www.laber-bergbahn.de