AZ-Rentenserie Münchner Experte warnt vor Merkels Reformen

Keine Beitragssenkung, höhere Ausgaben – das führt zu noch geringeren Renten im Jahr 2030.

München - Die von der neuen Bundesregierung geplanten Rentenmaßnahmen gehen auf Kosten kommender Generationen. Denn das Aussetzen der eigentlich vorgeschriebenen Beitragssenkungen für Arbeitnehmer, die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren lassen künftige Rentenerhöhungen niedriger ausfallen. Das Netto-Rentenniveau könnte dadurch 2030 unter 43 Prozent vor Steuern - verglichen mit dem dann gezahlten Durchschnittslohn – fallen.

Dies ist eigentlich gesetzlich verboten. Darauf weist der Direktor des Münchner Center for the Economics of Aging (MEA) am Max–Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, Axel Börsch-Supan, im „Spiegel“ hin. Aus den Versprechungen der Koalition folgten langfristig sowohl höhere Beitragssätze als auch Mehrausgaben der gesetzlichen Sozialkasse. Beides mindert über die Rentenformel automatisch Rentenerhöhungen – das Resultat, so Schätzungen des MEA: Das Rentenniveau könnte 2030 um 2,5Prozentpunkte niedriger ausfallen als kalkuliert.

Nach letzten Zahlen der Bundesregierung würde es von heute 48,7 Prozent auf 45,4 Prozent im Jahre 2027 sinken. Schon dann könnte die relative Rentenhöhe bei einem Minus von 2,5 Prozentpunkten also das gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Niveau von 43Prozent reißen.

Bereits 2015 werden die Rentner das zu spüren bekommen. Beitragssenkungen führen nämlich zu Rentensteigerungen – ein Kuriosum der Rentenformel, das Kosten und Nutzen gerechter verteilen soll. Die Folge: Die geplante Beitragssenkung hätte eine Rentenerhöhung um mindestens 0,8 Prozent zur Folge gehabt – diese entfällt nun.

 

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