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AZ-Meinung Zweiter Klasse

Anja Timmermann, vom 22.01.2012 16:27 Uhr
Newt Gingrich hat die Vorwahl in South Carolina gewonnen. Foto: Erik S. Lesser Foto: dpa
Newt Gingrich hat die Vorwahl in South Carolina gewonnen. Foto: Erik S. Lesser Foto: dpa

Der Blinde gegen den Einäugigen: So lässt sich das Duell beschreiben, das jetzt bei den US-Republikanern stattfindet. Der Durchmarsch des unbeliebten Finanzhais ist gestoppt worden von einem Scharfmacher, dessen Zeit schon in den 90ern vorbei war: Mitt Romney und Newt Gingrich sind im Ringen um die Kandidatur gegen Obama übrig geblieben.

Beide sind bestenfalls zweite Wahl: Romney hatte es auch letztes Mal versucht – aber in einem Feld mit Schwergewichten wie John McCain hatte er keine Chance. Sein enormes Vermögen hat er als Heuschrecke gemacht, und dass er es nun nur zu 15 Prozent versteuert, kommt auch in den USA, wo Sozialneid weniger ausgeprägt ist, nicht gut an. Seine politischen Haltungen wechselt er nach Tagesbedarf – und sein mormonischer Glaube schadet ihm im konservativen Lager nun doch mehr als gedacht.

Und Gingrich gilt als Mann von gestern: Schon 1978 war er Teil des Washingtoner Politbetriebs, wurde zum Gegenspieler Clintons – und war als polternder Ideologe des letzten Jahrhunderts seit Jahren abgemeldet. Dass es dennoch die beiden sind, die es unter sich ausmachen, liegt daran, dass die Mitbewerber noch verheerender waren.

Ein Pizzaketten-Betreiber, der ein „Nein“ aus dem Mund einer Frau nicht hört; Tea-Party-Ikonen wie Michele Bachmann, die allzuwenig Ahnung hatten; Senatoren, die sich nicht mehr erinnern konnten, welche Ministerien sie abschaffen wollten – für Obama läuft es richtig gut.

 

Kommentare (3)
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JAN
23
08:53 Uhr, geschrieben von Anja Timmermann
"Zweiter Klasse"
Frau Timmermann unterschlägt in Ihrem heutigen "Meinung(s)"-Kommentar, dass die Republikaner auch einen wirklich "erstklassigen" Kandidaten haben: Ron Paul. Der Arzt und Politiker ist ein aufrichtiger, unabhängiger, unbeugsamer, kompromißloser Libertarian. Bei den Vorwahlen in Connecticut erhielt er die zweitmeisten Stimmen. In der deutschen Mainstreampresse wird der Libertäre entweder totgeschwiegen oder lächerlich gemacht, manchmal sogar übel diffamiert (z.B. in der SZ als Antisemit, Rassist und Homophober°!). Im sozialdemokratisierten Europa gibt es kein Verständnis mehr für wirklich liberale Auffassungen. Das ist auch Ergebnis der "Gehirnwäsche" in unseren staatlichen Schulen und von politisch-korrekten, aber journalistisch-unkorrekten Redakteueren
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JAN
22
18:32 Uhr, geschrieben von Horst
Ich wäre mir nicht so sicher !
Der " gottesfürchtigen " US-Bevölkerung traue ich nahezu alles zu !
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JAN
22
17:35 Uhr, geschrieben von Demokrat
Gruselkabinett
Wenn man sich die Kandidatenreihe der Republikaner so ansieht, kann einem nur das kalte Grausen kommen. Da gibt es Leute, die Ministerien schließen wollen, aber auf Nachfrage nicht alle aufzählen können, die sie schließen wollen. Da gibt es Leute, die den Botschafter aus Teheran abberufen wollen, den es schon seit den Achtzigern nicht mehr gibt. Da gibt es Leute, die über Obamas Libyen-Politik herziehen, aber keine einzige Entscheidung Obamas in dieser Thematik konkret benennen können. Obama mag nicht den Wandel und die Aufbruchsstimmung erzeugt haben, die sein erster Wahlkampf versprechen ließ, aber im Vergleich zu den Hinterwäldlern ist er noch eine Wohltat für Amerika und die Welt.
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[Kommentare 2] Der AZ-Chefredakteur Arno Makowsky über die Entlassung Norbert Röttgens
Merkel entlässt Röttgen als Umweltminister
[Kommentare 1] Kanzlerin Merkel hat Umweltminister Röttgen entlassen. Sollte seine formelle Entlassung schnell geschehen, müsste Horst Seehofer im seine Entlassungsurkunde geben.

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