AZ-Meinung Wahltermin in Bayern: Wie peinlich!

Anja Timmermann, 25.01.2013 16:19 Uhr

Die AZ-Redakteurin Anja Timmermann schreibt über den Wahltermin für Bayern.

München - Doch, Herr Seehofer, die meisten Bayern können halbwegs unfallfrei bis sieben zählen. Das war jedenfalls die Botschaft der CSU in Kreuth, warum ein gemeinsamer Wahltermin unbedingt zu vermeiden sei: weil sonst der Wähler verwirrt sein könnte wegen der vielen Zettel.

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Natürlich sind die wahren Gründe andere. Erstens: An einem gemeinsamen Wahlabend wird vermutlich die Frage, wer künftig Kanzler ist, die Spitzenmeldung sein und nicht die Landtagswahl in Bayern – da könnte beim flüchtigen Betrachter der Eindruck aufkommen, die Staatskanzlei samt ihrem aktuellen Hausherrn Seehofer sei nicht der Nabel der Welt. Was der selbstredend vermeiden will. Zweitens: Eine Bundestagswahl hat eine höhere Beteiligung, gerade auch von SPD-Wählern, weil sie bundesweit für ihr Lager bessere Chancen sehen als in Bayern – die gehen bei einer rein bayerischen Wahl vielleicht gar nicht erst hin, so Seehofers Kalkül. Peinlich, wer sowas nötig hat. Und drittens: Seehofer fürchtet, von der schwarz-gelben Regierung in Berlin runtergezogen zu werden. Dass man das auch ganz anders sehen kann, zeigt sein mindestens ebenso schwarzer Kollege in Hessen, Volker Bouffier: Der lässt sogar extra am Tag der Bundestagswahl wählen, weil er hochgezogen werden will von Merkels Werten.

Aber Seehofer setzt durch, dass nur eine Woche vorher gewählt wird, auch wenn es Millionen kostet – wer weiß, ob der Schuss nicht nach hinten losgeht.

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Kommentare (5)
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JAN
26
ludwig VI, 13:52 Uhr

termin

der termin gehört eine woche vor oder nach dem oktoberfest verlegt.der strees ist zu groß.erst ins wahllokal und dann schauen wie man im bierzelt noch plätze ergattert.die politiker tun sich leicht.für die sind immer boxen reserviert

JAN
26
Populist, 11:52 Uhr

@Wähler

Zu ihrer Gutgläubigkeit kann man ihnen nur gratulieren. Aber glauben heißt auch nichts wissen!

JAN
25
wähler, 17:02 Uhr

schmarrn

Kürzlich war ein Bericht im Radio in dem genau hinterfragt wurde was die Vor- und Nachteile getrennter Wahltermine sind - die Kosten waren relativ gering, keine Millionen jedenfalls.

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