Bayerns Vize-Kapitän konterte die Kritik der Experten (Netzer, Thon) mit harschen Worten: „Die Leute sind’s nicht wert, darüber zu sprechen.“

 

PRO

Ach, Gottchen, welch eine Aufregung, bloß weil Schweinsteiger gesagt hat, er kenne diese Leute gar nicht, die ihn da attackieren. Dabei ging es ihm doch gar nicht darum, Netzer dessen 37 Länderspiele abzusprechen, den WM-Titel ’74 (ein Einsatz, beim 0:1 gegen die DDR), die Gladbacher Erfolge.

Wichtig war der Nachsatz, „und die Leute kennen mich nicht“, sie wissen wenig über seine Rolle auf dem Rasen. Für ihn zählt, was der Trainer sagt, nicht ein „Experte“, der sich für polarisierende Meinungen gut bezahlen lässt.

Schweinsteiger (bald 100 Länderspiele) gibt seine Antworten auf dem Platz, Woche für Woche, er steht da unter deutlich größerer Belastung als die Stars der 70er oder Halbgrößen der 90er Jahre. Und überhaupt: Wer war nochmal dieser Olaf Thon?

Gunnar Jans

 

CONTRA

Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben – so geht ein Sprichwort. Bastian Schweinsteiger aber schwieg nicht.

Nach dem 2:0 in Wolfsburg attackierte er seine Kritiker aufs Schärfste. Das war unnötig und peinlich. Schweinsteiger hat es überhaupt nicht nötig, die beleidigte Leberwurst zu spielen. Zumal seine Antwort obendrein respektlos war für einen 28-Jährigen.

Er hätte die Kritik von Netzer und Co. einfach weglächeln sollen. Oder augenzwinkernd fragen können, wie viele Punkte Bayern Vorsprung hat (15), wie viele Titel er in seiner Karriere schon geholt hat (zehn).

Schweinsteiger wählte einen anderen Weg – einen falschen, weil lauteren. Die Vernunft spricht leise. Inhaltlich hat Schweinsteiger gebrüllt. Leider.

Marco Fenske

 

 

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