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AZ-Meinung Greifen Sie zu 0 DE!

Abendzeitung, vom 16.01.2012 16:19 Uhr
Nichts für Zartbesaitete: Diese Bilder haben uns vom Münchner Tierheim erreicht. Diese Hühner stammen aus Bodehnaltung... Foto: Tierheim
Nichts für Zartbesaitete: Diese Bilder haben uns vom Münchner Tierheim erreicht. Diese Hühner stammen aus Bodehnaltung... Foto: Tierheim

 

 

Georg Thanscheidt, Vize-Chefredakteur der AZ, über die neuen Regeln für Legehennen.

Die Bodenhaltung von Hühnern ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Das zeigt der erbarmungswürdige Zustand der Hennen, die – wie die AZ berichtete – gerade im Münchner Tierheim gelandet sind. Das Schicksal der Tiere illustriert gleichermaßen den Wahnsinn der Massentierhaltung, die unerträglich ineffektiven Tierschutz-Maßnahmen der EU und den gleichgültigen Geiz deutscher Verbraucher.

 

In der Bodenhaltung teilen sich neun Hennen einen Quadratmeter-Platz – artgerechte Haltung sieht anders aus. Aber immer noch gibt es schlimmere Bedingungen für Legehennen: In der Käfighaltung haben sie ein Drittel weniger Platz. Und das auch nur, wenn die Unternehmer sich an geltendes EU-Recht halten – das ist in 14 von 27 Ländern aber nicht der Fall. In Frankreich und Italien zum Beispiel haben die Tiere halb so viel Raum wie Artgenossen in deutscher Bodenhaltung.

Dabei wissen die Eier-Produzenten dort seit zwölf Jahren, dass diese Art der Haltung ab 1. Januar 2012 illegal ist. Strafen gibt es bisher keine – eine weitere Fristverlängerung ist wahrscheinlich. Bei frischen Eiern kann der Verbrauchern zu deutschen Produkten aus Öko- oder Freilandhaltung greifen – erkennbar am Stempel 0DE oder 1DE. Die kosten aber mehr Geld. Für weiterverarbeitete Lebensmittel wie zum Beispiel Nudeln ist eine Kennzeichnung nicht verpflichtend. Hier sollte der Gesetzgeber aktiv werden. Und zwar bald – vielleicht ist diese Kennzeichnung dann schon vor dem Jahre 2024 Realität.

 

Kommentare (3)
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JAN
17
11:30 Uhr, geschrieben von Eckard Wendt, AGfaN e.V.
Weniger tierisches Eiweiß essen!
Wir Deutschen konsumieren viel mehr tierisches Eiweiß, als unserer Gesundheit guttut. Weniger ist darum besser. Und dann kann man sich auch die preislich etwas teureren Bio-Eier kaufen (Code 0). Das hat seine Ursache nicht nur im besseren Futter. Ein weiterer Grund ist die geringere Besatzdichte bei Bio-Hennen mit nur 6 Tieren / m² im Stall gegenüber 9 Tieren / m² bei konventioneller Freilandhaltung. Außerdem stallen die Bio-Bauern auch (fast immer) noch je ca. 50 Legehennen einen Hahn auf, weil die Hähne auf Beutegreifer (z.B. Hühnerhabicht) aufpassen und die Hennen rechtzeitig warnen. Sie sind also keine überflüssigen "Fresser", wie sie von konventionellen Hühnerhaltern gemeinhin zu Unrecht verächtlich tituliert werden, sondern sehr nützlich.
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JAN
17
08:26 Uhr, geschrieben von Antonietta
Egal ob Käfig- oder Bioeier:
am Anfang sind die Küken, und nur die weiblichen müssen ihr kümmerliches Dasein als Legehennen fristen. Die männlichen werden, da es für die Fleischproduktion spezielle Züchtungen gibt, nicht mehr gebraucht, aussortiert und vergast oder vermust. 45 Millionen jedes Jahr alleine in Deutschland.
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JAN
16
21:16 Uhr, geschrieben von Alf
Glück muß man haben
Wenn man allein in Deutschland 80 Millionrn Eier täglich braucht, dann wirds Eng, denn Schweine, Kühe, Fische, Kartoffeln, jede Menge Grünzeig werden auch noch gebraucht , das Ganze landet dann in der Kloake wird gesiebt, getrocknet und wiederverwertet. Wenn man Glück hat überlebt man das ;-)
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Brutal abserviert
[Kommentare 2] Der AZ-Chefredakteur Arno Makowsky über die Entlassung Norbert Röttgens
Merkel entlässt Röttgen als Umweltminister
[Kommentare 1] Kanzlerin Merkel hat Umweltminister Röttgen entlassen. Sollte seine formelle Entlassung schnell geschehen, müsste Horst Seehofer im seine Entlassungsurkunde geben.

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