AZ-Meinung Gegen den Lärm

Timo Lokoschat, 17.02.2013 18:20 Uhr

Timo Lokoschat, stellvertretender AZ-Lokalchef, über Lärm in der Stadt

Feldmoching leuchtet. Riem auch. Sendling, Schwabing, Ramersdorf und Haidhausen ebenfalls. Mal in sattem Orange, mal in dunklem Rot. Die Karten des Landesamts für Gesundheit, die wir auf Seite 11 unserer Print-Ausgabe zeigen, sehen toll aus, fast wie Kunst.

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Doch die Bewohner der markierten Gebiete dürften dafür wenig Begeisterung aufbringen. Denn Orange und Rot bedeuten: Hier ist es besonders laut.

Überraschend sind die Erkenntnisse der Behörde in den meisten Fällen nicht. Aber sie machen augenfällig, was die Ohren vieler Münchner jeden Tag (und oft auch: jede Nacht) erleiden müssen: Lärm durch Autos, Lastwagen, Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen, Güterzüge, Flugzeuge und Industrieanlagen. Rücksichtslose Nachbarn nicht einmal mitgerechnet.

Die Belastung betrifft auch nicht nur die Anwohner des Mittleren Rings, sondern weite Teile dieser Stadt, selbst Friedhöfe und Parks sind längst keine Oasen der Ruhe mehr. Auch das zeigt die Karte.

Natürlich wird in einer Metropole niemals Totenstille herrschen, soll es auch nicht. Dennoch ist Lärm kein Luxusproblem, das allenfalls Sensibelchen tangiert, die besser aufs Land ziehen sollten, sondern macht auch Großstädter nachweislich krank.

Deshalb kämpfen Stadtregierung und Bezirksausschüsse seit Jahren gegen steigende Dezibelzahlen: mit unterschiedlichen Konzepten, teils erfolgreich, teils mit unbefriedigenden Ergebnissen. Ein so wichtiges Thema gehört in die kommenden Wahlkämpfe. Wir brauchen Lärm um den Krach.

 

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Kommentare (3)
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FEB
18
greyhound, 12:42 Uhr

@HK

daß es in der Stadt lauter ist als auf dem Land, dürfte jedem klar sein. Darüber muß man auch nicht sinnieren, machen auch die Leute nicht, die gegen Lärm in der Stadt ankämpfen. Es geht um Lärm der zu Verhindern ist; und da gibt es jede Menge Möglichkeiten wie z. B. Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, je schneller desto lauter; Aufbringen von Flüsterasphalt, verpflichtende Regelung für lärmreduzierte Reifen, strengere Regeln für Auspuffanlagen usw. usw.. Auch in der Stadt muß man nicht jede Lärmquelle tollerieren! Aber Ihr Vorschlag, die Zeitung mit dem Rad auszufahren, der ist gut!

FEB
18
Mobilitätsfreund, 09:47 Uhr

Autolobby und Politiker contra Bürger

Es ginge technisch schon seit jahren wesentlich leiser in unsere Umwelt zu. Doch da gibt es eben die Konzernlobbypolitiker. Allen voran CDU CSU FDP die im Auftrag der Autolobby, ADAC und Fluglobby strengere Grenzwerte verhindern. Erst vor einigen Tagen haben diese Parteien ein entsprechendes EU-Gesetz mitgeholfen zu kippen. Autos hätten leiser werden sollen, doch auf Wunsch der Autolobby wurde dieses nützliche Gesetz verhindert. Um noch eins drauf zu setzten: Die E-Autos müssen technisch viel lauter werden. Das hat man den Bürger auch noch nicht gesagt.

FEB
17
HK, 18:57 Uhr

Lärm um den Krach

Mit Ihren Forderungen nach mehr Ruhe rennen Sie wahrscheinlich offene Türen ein. Aber eine Großstadt ist nun mal kein Sanatorium. In einer Großstadt ist eben Betrieb und der erzeugt Lärm. So ist es nun mal und so wird es immer sein. Und Ihr Artikel ändert daran nichts und die bevorstehende Wahl auch nicht. Wenn z. B. der Mü. Zeitungsverlag am frühen Morgen die Printpresse in München ausfährt, dann erzeugen diese LKW auch Lärm. Den könnten Sie sofort abstellen und die Zeitung mit dem Fahrrad ausfahren lassen. Eigentlich ist Ihr Artikel überflüssig wie ein Kropf.