Timo Lokoschat, stellvertretender AZ-Lokalchef, über Lärm in der Stadt

Feldmoching leuchtet. Riem auch. Sendling, Schwabing, Ramersdorf und Haidhausen ebenfalls. Mal in sattem Orange, mal in dunklem Rot. Die Karten des Landesamts für Gesundheit, die wir auf Seite 11 unserer Print-Ausgabe zeigen, sehen toll aus, fast wie Kunst.

Anzeige

Doch die Bewohner der markierten Gebiete dürften dafür wenig Begeisterung aufbringen. Denn Orange und Rot bedeuten: Hier ist es besonders laut.

Überraschend sind die Erkenntnisse der Behörde in den meisten Fällen nicht. Aber sie machen augenfällig, was die Ohren vieler Münchner jeden Tag (und oft auch: jede Nacht) erleiden müssen: Lärm durch Autos, Lastwagen, Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen, Güterzüge, Flugzeuge und Industrieanlagen. Rücksichtslose Nachbarn nicht einmal mitgerechnet.

Die Belastung betrifft auch nicht nur die Anwohner des Mittleren Rings, sondern weite Teile dieser Stadt, selbst Friedhöfe und Parks sind längst keine Oasen der Ruhe mehr. Auch das zeigt die Karte.

Natürlich wird in einer Metropole niemals Totenstille herrschen, soll es auch nicht. Dennoch ist Lärm kein Luxusproblem, das allenfalls Sensibelchen tangiert, die besser aufs Land ziehen sollten, sondern macht auch Großstädter nachweislich krank.

Deshalb kämpfen Stadtregierung und Bezirksausschüsse seit Jahren gegen steigende Dezibelzahlen: mit unterschiedlichen Konzepten, teils erfolgreich, teils mit unbefriedigenden Ergebnissen. Ein so wichtiges Thema gehört in die kommenden Wahlkämpfe. Wir brauchen Lärm um den Krach.

 

Die wichtigsten News aus der Region täglich auch per Mail: Abonnieren Sie den München-Newsletter der AZ.