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AZ-Meinung Eine Charakterfrage

Annette Zoch, vom 08.02.2012 16:04 Uhr
Kurz: Es geht um den Charakter dieses Mannes. Foto: dpa
"Kurz: Es geht um den Charakter dieses Mannes." Foto: dpa

Wulff macht mit seiner Scheibchen-Taktik weiter wie bisher. AZ-Redakteurin Annette Zoch über die Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten.

Liebe Leser, es geht nicht nur vielen von Ihnen so, auch uns Journalisten – „nicht schon wieder, nicht noch ein neuer Wulff-Skandal!“ So geht nach Wochen der Wulff-Berichterstattung das Aufstöhnen durch die Redaktion, wenn mal wieder ein dubioser Auto-Leasing-Vertrag oder ein kostenloser Luxus-Urlaub auftaucht.

Doch: Darum geht es schon lange nicht mehr. Es geht nicht mehr darum, in welches Grand-Hotel sich der Bundespräsident nun schon wieder hat einladen lassen oder ob er sich einen dicken Protzschlitten, ein Bobbycar oder eine Schubkarre hat schenken lassen.

Es geht darum, dass unser Bundespräsident auch nach Wochen der Skandale und Vorwürfe noch immer dieselben Fehler macht: Dass er immer noch keine große Transparenz zeigt, obwohl er das den Bundesbürgern im großen Fernseh-Interview treuherzig versprochen hat. Dass er seine Anwälte immer noch mit seltsamen Ausflüchten vorausschickt (Er lässt sich erst einladen und zahlt dann alle seine Urlaube im Nachhinein in bar? Wie glaubwürdig ist das denn?). Es geht darum, dass er immer noch nur das zugibt, was man ihm nachweisen kann. Kurz: Es geht um den Charakter dieses Mannes.

Wenn Wulff nicht weiß, was rechtens ist in einer herausgehobenen politischen Funktion – dann ist er der falsche Bundespräsident. Und wenn er das sehr wohl weiß, es ihm aber wurscht ist: Dann ist er erst recht falsch in diesem und in jedem anderen Amt.

Kommentare (14)
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FEB
10
08:34 Uhr, geschrieben von gerhard steger
wulff
@ Demokrat, Sie vergessen wie immer nur eines, Herr Wulff hat bei anderen Politkern die Latte so hoch gelegt, warum sollte dann man dann nicht auch von ihm verlangen daß er diese einhält. Und wenn sie andere Politiker ansprechen, die auch "Geschenke" angenommen haben, warum nur Grüne / Rote, warum nicht die aus Bayern, woher kommt den der Ausdruck AMIGO, der kommt doch wohl aus der CSU, die haben doch das GIBST DU MIR DANN GEBE ICH DIR erfunden, schon vergessen. Und dafür daß sie zu dem Thema nichts mehr sagen wollen, schreiben sie sehr oft darüber.
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FEB
10
07:39 Uhr, geschrieben von Pattaya 5
Eine Charakterfrage
An D E M O K R A T : Es wäre schön, wenn sie endlich einmal ihr GEHIRN einschalten würden, falls eines vorhanden sein sollte, bevor sie ihre "irrwitzigen und dümmlichen Kommentare auf die Mitglieder dieses Forums loslassen. Es mag ja sein, daß andere Politiker vereinzelt irgendwelche Verfehlungen begangen haben, die aber zunächst keinesfalls das Ausmaß der Wulff-Vergehen haben (manche sind dafür sogar zurückgetreten, z.B. Özdemir), noch die ständigen "Vorteilsnahmen" (mit seinen ständigen Lügen u. seines Anwalts) r e c h t f e r t i g e n !!!!!!!!!!!!!! Warum braucht er eigentlich für seine angebl. Transparenz, die er vor einem Millionenpublikum angekündigt hat, einen Anwalt (Wer bezahlt den eigentlich?), zumal er doch selber Anwalt ist ???
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FEB
09
17:32 Uhr, geschrieben von Demokrat
@ maddin
Nochmal: Das soll nichts rechtfertigen und auch nichts beschönigen. Es ist nur Fakt, dass Politiker auf jeder Ebene und in jedem Land von Unternehmen und Privatpersonen gewisse "Angebote" bekommen, auch Spenden genannt. Einerseits wird Geld gespendet, was auch rechtlich festgeschrieben ist, andererseits werden halt Urlaube finanziert. Was mich an der Debatte nur stört, ist, dass man sich jetzt hier auf eine Person eingeschossen zu haben scheint, die nichts anderes gemacht hat als alle anderen ihrer Berufsgruppe. Dazu zeigen Leute mit dem Finger auf Wulff, die selbst ihre Bonusmeilen, Gratistransporte und Partyeinladungen eingestrichen haben. Wenn Wulff nur deswegen zurücktreten sollte, müsste ihm quasi jeder Politiker weltweit folgen. Sehen Sie jetzt, was ich meine?
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