AZ-Meinung Drittes Geschlecht: Schluss mit dem Spießrutenlauf!

Der Gesetzgeber muss das deutsche Geburtenregister künftig besser auf Intersexuelle zuschneiden - höchste Zeit, findet Natalie Kettinger. Foto: Dpa, ho

Die Nachrichten-Chefin Natalie Kettinger über den Karlsruher Beschluss zum dritten Geschlecht.

In Zeiten, in denen die Welt nach rechts zu rücken scheint, populistische Parteien mit anachronistischen, weil homophoben Familienbildern Wahlerfolge feiern und fundamentalistische Christen den "Genderwahnsinn" verteufeln, tut dieser Beschluss gut.

Die Karlsruher Richter haben bestätigt, was aufgeklärten Zeitgenossen mittlerweile klar sein sollte und was die Betroffenen längst wussten: dass es nicht nur Frauen und Männer gibt auf dieser Welt – sondern eben auch Menschen, die sich keinem dieser beiden Geschlechter zugehörig fühlen. Nicht, weil sie einen Spleen ausleben oder krank sind, sondern weil sie so geboren wurden. Intersexuelle Menschen, für die Behördengänge (und nicht nur diese) oft zum Spießrutenlauf wurden. Das höchste deutsche Gericht hat sich nun hinter diese Menschen gestellt, was den einen oder anderen vielleicht zum Nachdenken anregt und zu mehr Toleranz animiert. Dann wäre noch viel mehr gewonnen.

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