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AZ-Meinung Diener und Lenker

Anja Timmermann, vom 24.01.2012 15:53 Uhr
De Maizière sucht nicht die Show, er arbeitet geräuschlos: AZ-Redakteurin Anja Timmermann über die Bundeswehr-Reform. Foto: dpa
"De Maizière sucht nicht die Show, er arbeitet geräuschlos": AZ-Redakteurin Anja Timmermann über die Bundeswehr-Reform. Foto: dpa

Warum ein Image als traurige Büroklammer eine Beleidigung sein soll, erschließt sich Thomas de Maizière bis heute nicht: „Was ist bitteschön zu sagen gegen eine geordnete Verwaltung?“ Und: „Ich hasse den Begriff unbürokratisch.“

Sätze, die zeigen, dass der Kontrast zu seinem Vorgänger nicht größer sein könnte. Karl-Theodor zu Guttenberg ist, milde gesagt, eher nicht als traurige Büroklammer aufgetreten. Von vornehmer Herkunft alle beide: Doch de Maizière sieht sich als Diener, zu Guttenberg sah sich als Lenker. Letzterer hat die Bundeswehrreform angestoßen, ersterer macht nun die Arbeit. Wobei man sagen muss, dass es wohl einen durchsetzungsfähigen Verkäufer wie den fränkischen Freiherrn brauchte, um die Union überhaupt zu dieser drastischen Kehrtwende zu bewegen.

Für die Mühen der Ebene, das alles auch tatsächlich umzusetzen, ist der akribische Hugenotte der Bessere. De Maizière sucht nicht die Show, im Gegenteil, er meidet sie, wo immer es geht. Die Reform wickelt er ebenso geräuschlos wie gründlich ab. Dass die Soldaten wegen der Reform dennoch verunsichert sind, wie jetzt der Wehrbericht sagt, liegt weniger am Minister als an der Größe der Veränderungen.

Er verkörpert eine Redlichkeit, die in solchen Zeiten wohltuend wirkt – übrigens auch im Kontrast zu Urlaubs- und Krediteschnorrern. Thomas de Maizière erfüllt pflichtbewusst die ihm zugeteilte Macht, er greift nicht nach mehr.

 

Kommentare (4)
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JAN
25
09:37 Uhr, geschrieben von Horst
Vornehme Herkunft ???
Man sollte sich nur einmal anschauen , welchen Herren die Mitglieder dieser Familien in den letzten hundert Jahren mit dem gleichen Pflichtbewusstsein gedient haben !
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JAN
25
09:09 Uhr, geschrieben von Demokrat
@ Politiker
Erstens geht es hier nicht um Wulff und zweitens dürfte Ihnen bei wiederholtem Nachdenken schon bewusst sein, dass ein Minister Entscheidungen von solcher Tragweite nicht einfach dem Hausmeister überlässt. Ich kann ja verstehen, wenn man eine gewisse Antipathie gegen zu Guttenberg hegt, aber irgendwann muss man auch mal ein bisschen Objektivität bewahren. Das ist ist zumindest meine Meinung...
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JAN
25
02:32 Uhr, geschrieben von Politiker
@Demokrat - Von Lügenbaronen und Schnäppchenpräsidenten
Der Vorgänger war im Wesentlichen mit Selbstdarstellung beschäftigt. Der hätte gar keine Zeit gehabt irgendein Konzept zu entwickeln. Solche Dinge werden von den Beamten im Ministerium entwickelt. Da ist es fast egal, wie der Minister heisst und sogar welcher Partei er angehört. Ich finde aber Herr de Maizière hat eine äußerst angenehme Art sein amt zu führen. Das hebt sich sehr schön ab vom Schnäppchen-Präsidenten und dem Lügenbaron.
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