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AZ-Meinung Der Irrläufer

Matthias Maus, vom 30.01.2012 18:48 Uhr
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt Foto: dpa
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt Foto: dpa

Sogar Markus Söder schämt sich. Das will was heißen. Matthias Maus, der Chefreporter der AZ, über CSU-General Alexander Dobrindt

Der Job des CSU-Generalsekretärs beinhaltet traditionell die Bereitschaft zum politischen Amoklauf. Das ist so, seit Edmund Stoiber das „blonde Fallbeil“ war, und es hat sich bis heute nicht geändert. Nur hat es Alexander Dobrindt jetzt geschafft, dass sich sogar relativ schmerzfreie Partei-Polemiker wie Markus Söder für ihn schämen. Das will was heißen.

Die Idee, sämtliche Linken nicht nur vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen, sondern die Partei letztendlich verbieten zu wollen, könnte man unter klassische alte CSU-Denke im Papierkorb abspeichern. Der Vorstoß ist zwar lächerlich, aber zum Lachen ist er nicht. Er erfüllt sogar den Tatbestand politischer Zündelei.

Zu einer Zeit, da der Verfassungsschutz als Totalversager bei der Enttarnung rechtsextremer Mörderbanden blamiert ist, fordert der CSU-General die Neuausrichtung der Spione gegen die Linke. Frei nach dem Motto: Die Linken sind so schlimm wie die Rechten. Dieser Vergleich war immer schon problematisch. Nach der Enttarnung der Zwickauer Neonazi-Mordzelle aber muss er sich verbieten für einen verantwortungsvollen Politiker.

Vielleicht will Dobrindt das gar nicht sein. Er will lieber zurück in ein Feindbild in schwarz-weiß, in dem die Blöcke fest sind und die CSU bei 60 Prozent. Diese Zeiten sind vorbei. Und jetzt wäre der Moment gekommen, dass Seehofer, Söder oder sonstwer den CSU-General mal weckt und und ihm das klar macht. Im Zweifel macht’s der Wähler.

 

 

Kommentare (14)
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FEB
03
23:25 Uhr, geschrieben von Alf
Keiner schämt sich
Derjenige der am wenigsten zu verlieren har, darf (muß) austesten was beim Volk ankommt. genauso wie veröffentlichte Umfragen wie: Angst vor der Krise, auf schlechte Zeiten einstimmen sollen. Wer drauf reinfällt ist selber Schuld.
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JAN
31
14:30 Uhr, geschrieben von Klaus Leeb, ER
Da die "Molotow"cocktails
unter diesem Namen gegen die Sowjetarmeen eingesetzt wurden, haben sie in der Hand der Linken wohl keinen rechtmäßigen Platz. Das sollte niederbayer nicht vergessen.
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JAN
31
14:07 Uhr, geschrieben von Tim
@Demokrat
Mit Ihrem dritten Kommentar haben Sie Recht: Es geht um die Inhalte - nicht um Vergleiche, ob mehr Gewalt von Rechts oder Links droht - und wenn eine Partei für Inhalte steht, die nicht mit dem GG vereinbar sind, muss man sie genauer beobachten. Und genau das ist bei der Linken der Fall. Was glauben die anderen Kommentatoren, was für ein Aufschrei durch die Gazetten gehen würde, wenn herauskäme, dass die CSU Monarchisten parteiintern Raum gewährt und dass sich Horst Seehofer für die Wiedereinführung der Monarchie einsetzt? Genau das plant die Linke und speziell ihre Vorsitzende mit dem Kommunismus. Beide Staatsformen gehören in Deutschland der Vergangenheit an und wer das nicht akzeptieren will, hat in der Politik nichts verloren...
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