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AZ-Meinung Das Tigerbaby

Anja Timmermann, vom 31.01.2012 16:00 Uhr
Kanzlerin Merkel kommt in Brüssel mit dem Präsident des Europäischen Rates Van Rompuy (l), Italiens Premier Monti (M) und dem französischen Staatschef Sarkozy (r) zusammen. Foto: Olivier Hoslet Foto: dpa
Kanzlerin Merkel kommt in Brüssel mit dem Präsident des Europäischen Rates Van Rompuy (l), Italiens Premier Monti (M) und dem französischen Staatschef Sarkozy (r) zusammen. Foto: Olivier Hoslet Foto: dpa

Ganz klar: Dass sie den Anti-Schulden-Pakt so weitreichend (und so schnell) durchgesetzt hat, ist ein enormer Erfolg für Angela Merkel. Wie scharf die Zähne des Tigerbabys werden, muss sich allerdings erst noch zeigen. Anti-Schulden-Regeln gab es im Maastrichter Vertrag bisher auch – eingehalten wurden sie nicht, gelegentlich auch von Deutschland, ohne das irgendwas passiert wäre.

Gegen die Großen hat sich keiner getraut; gegen die Schwachen ist ein Vorgehen nicht immer restlos sinnvoll: Was wäre denn, wenn jetzt Strafen wegen zu hoher Schulden gegen Griechenland verhängt werden? Dann müsste es halt noch mehr Schulden machen, um die Buße aufzubringen. Auch der neue Maßstab „strukturelles Defizit“ könnte zu Tricksereien einladen:

Denn es misst die Schulden abzüglich „konjunktureller Einflüsse“ – das ist so schön schwammig, dass ein findiger Kassenwart allerlei rein- und rausrechnen kann. Dennoch: Als gemeinsame Botschaft geht der Pakt auf jeden Fall in die richtige Richtung. Allerdings packt er nur den einen Teil der Problematik an – die der Ausgaben.

Um die Frage, wie ein angeschlagener Staat überhaupt wieder auf die Beine kommen soll, drückt er sich. Merkels bisher einzige Antwort dazu war der „Aufseher für Athen“ – und der wurde jetzt zu Recht kassiert: Mit den Vertretern der Troika vor Ort, von deren Votum alle Hilfsgelder abhängen, gibt es diese Kontrolle längst. Noch einen symbolischen Obermufti oben drauf wäre einfach nur Demütigung.

 

Kommentare (2)
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FEB
02
04:10 Uhr, geschrieben von Pattaya 5
Das Tigerbaby
Es ist doch bezeichnend, wie Fr. Merkel nach jedem ihrer "peinlichen" BUSSI--BUSSI-Treffen mit Sarkozy sowie nach jedem der unzähligen Krisentreffen der Regierungschefs als vermeintliche große "Retterin" des Euro aufgetreten ist, obwohl sich anschließend die Lage sowie das Ansehen Deutschlands in Europa, siehe Sparkommissar, nach jedem Treffen verschlechtert. Wer soll eigentlich die evtl. Bußgelder der Schuldenstaaten, z.B. Griechenland, die man doch wegen zu hoher Schulden bestrafen will (HA,HA......), bezahlen ??? Vielleicht Deutschland ???????????????
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JAN
31
18:29 Uhr, geschrieben von Tim
@ Frau Timmermann
"Noch einen symbolischen Obermufti oben drauf wäre einfach nur Demütigung." Also anstelle der Griechen wäre ich um jede Hilfe aus dem Ausland froh, die dazu beiträgt, die Staatsfinanzen auf Vordermann zu bringen. Was passiert, wenn man es ihnen selbst überlässt, haben die letzten beiden Jahrzehnte und ihre weitreichenden Folgen gezeigt. Wollen Sie immer weiter immer mehr zahlen, Frau Timmermann?
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Brutal abserviert
[Kommentare 2] Der AZ-Chefredakteur Arno Makowsky über die Entlassung Norbert Röttgens
Merkel entlässt Röttgen als Umweltminister
[Kommentare 1] Kanzlerin Merkel hat Umweltminister Röttgen entlassen. Sollte seine formelle Entlassung schnell geschehen, müsste Horst Seehofer im seine Entlassungsurkunde geben.

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