AZ-Meinung Arbeiten als Senior: Wollen oder müssen?
Georg Thanscheidt, 28.08.2012 15:55 Uhr
Eine ältere Frau ist mit einem Rollator unterwegs (Symbolfoto)Foto: dapd
Der Vize-Chefredakteur Georg Thanscheidt über die steigende Zahl arbeitender Rentner
Fast eine Million Über-65-Jährige in Deutschland arbeiten noch. Die meisten von ihnen haben einen Mini-Job, verdienen sich also bis zu 400 Euro hinzu. Für die Links-Partei, den DGB und die Sozialverbände ist dies ein schlimmes Zeichen. Sie sehen eine „Massensaltersarmut“ auf uns zukommen. Regierung und Arbeitgeber sehen das gelassener – sie sehen keine generelle Notlage der Betroffenen. Recht haben beide – wie ein Blick auf die Zahlen zeigt:
Zwar ist die Anzahl mini-jobbender Senioren seit 2001 um 60 Prozent gestiegen. Ein Teil des Anstiegs erklärt sich allerdings aus dem steigenden Bevölkerungsanteil – 17 Millionen Deutsche sind derzeit über 65 Jahre alt. Etwa jeder 20. davon hat einen Mini-Job – ist das viel oder wenig? Wenn man zudem noch davon ausgeht, dass steuerfrei verdiente 400 Euro auch im Alter noch einen geldwerten Vorteil und Anreiz darstellen, ist das Etikett „Massenaltersarmut“ sicherlich unzutreffend.
Natürlich, es gibt die Putzfrau, die auch mit 68 noch ihre Mini-Rente erhöhen muss. Aber es gibt auch viele Ruheständler, die nicht arbeiten müssten, aber gerne arbeiten gehen. Ein Blick in die Statistik zeigt auch, dass in Deutschland das Armuts-Risiko für Senioren insgesamt in den letzten zehn Jahren gleich geblieben ist. Für den Rest der Bevölkerung ist es gestiegen. Absturzgefährdet sind unter den Über-65-Jährigen vor allem alleinlebende Frauen. Sie beziehen niedrige Renten, sie wollen nicht, sie müssen sich etwas hinzuverdienen.





´Warum ?
@Fred Kirchheimer - Die Frage ist leicht beantwortet, Wer 45 Jahre geschuftet hat verliert als Rentner 80% seinres Umfelds, wenn er sich nicht mit Hobbbys durch sein Renterleben schägt, und irgendwie dabei bleiben möchte, braucht er neue Kontakte, neue Aufgaben und vorallem Bewegung, wenn sich also ein 'wichtiger' Job anbietet der einen für ein paar Stunden aus dem Haus treibt - warum nicht. - Zum Thema rüstige Rentner, wäre anzumerken, dass man ab 70 die meisten seiner Bekannten auf dem Friedhof besuchen kann ;-)
Gute Nachricht
Es gibt also hierzulande noch Leute die sich nicht im sozialen Netz ausruhen, da sollte sich so Mancher ein Beispiel nehmen
Freiheit und Selbstbestimmung
Statt zu spekulieren wie sich die Situation darstellt, hätte man ja ein paar Rentnner fragen können warum sie arbeiten. Das hat man nicht gemacht und ein Blick in die Statistik ist zwar nett, aber eben nicht authentisch. So bleibt der Kommentar des Vize eben etwas schnell Hingepinseltes. Braucht der Leser diesen Artikel? Nein, denn ich bin mir sicher, daß wohl ein jeder einen Rentner kennt und und somit näher am Thema ist. Der Kommentar ist nur in dem Punkt zutreffend, in dem er kritisiert, daß die Gewerkschaften und andere an Panik interessierte Kreise, dem Thema sofort den Stempel Massenaltersarmut aufdrücken. Auch die Gewerkschaften haben es schon lange aufgegeben, mit den Leuten direkt zu sprechen und so zimmern sie sich aus Statistiken ihr eigenes Bild. Und zu diesem Bild gehört es eben, daß Leute mit 65 in Rente gehen und jeden Tag der Gewerkschaft dafür danken daß sie nicht mehr arbeiten müssen. Vor allem werden die Gewerkschaftsbonzen dankbar sein, daß die Mitgleider ihnenfürstliche Gehälter gezahlt hat, die eine Alterarmut unwahrscheinlich werden lassen. Wenn man schon Statistiken bemüht, dann sollte man auch zur Kenntnis nehmen, daß die Bevölkerung immer älter wird und Gevatter Tod immer öfter erst Jahrzehnte nach dem Renteneintritt an der Tür klopft. Viele Leute gehen mit bemerkenswerter Rüstigkeit in die Rente. Und warum sollten sie dann nicht mehr arbeiten und wenn es nur ein paar Stunden in der Woche sind. Das hat auch etwas mit Freiheit und Selbstbestimmung zu tun. Selbstbestimmung und die damit einhergehende Selbstverantwortung sind jetzt nicht so die Sache der Gewerkschaften.