AZ-Kommentar Italien verpasst die WM: Das blutende Herz

AZ-WM-Reporter Patrick Strasser kommentiert das Aus der Italiener in den WM-Playoffs. Foto: dpa/AZ

Patrick Strasser, der WM-Reporter der AZ über das WM-Aus der Italiener.

Ciao, Italia. Arrivederci, amore! Ciao, Gigi. Arrivederci, grande!Ich gebe gerne zu: Mein Herz blutet. Frei nach Loriot: Eine Weltmeisterschaft ohne Italien ist möglich, aber sinnlos. Eine WM ohne Holland dagegen – nun ja, man gewöhnt sich dran.

Gigi Buffon, der große Buffon, eine Legende als Torwart, ein noch größeres Vorbild als Mensch, der demonstrativ applaudierte, als die Tifosi in Mailand die schwedische Hymne niederpfiffen, hat fertig. Und diese, seine Mannschaft nicht verdient. Eine Squadra Azzurra, die in über 180 Minuten gegen leidenschaftliche, aber biedere Schweden kein Tor erzielen konnte und Rumpel-Fußball à la Ribbeck zeigte wie die deutsche Nationalelf anno 2000. Imbarazzante. Peinlich.

Italien, viermal Weltmeister, wird fehlen kommenden Sommer in Russland. Hat der Weltverband Fifa daher beschlossen, die WM, die größte Marketing-Sportveranstaltung der Welt, ab 2026 mit 48 statt 32 Nationen auszutragen? Damit Nationen wie Holland, Italien, Chile oder auch der – rein wirtschaftlich – Global Player USA die Endrunde nicht mehr verpassen können?

Ja, weil es ums liebe Geld geht. Mehr Teilnehmerländer, mehr TV-Stationen, mehr Sponsoren et cetera. Mehr, mehr, mehr. Manna mia! Wie kurzsichtig. Wie infantino. Nur eine Frage der Zeit, bis die EM ebenfalls aufgestockt wird. Von aktuell 24 auf 32, 36 oder am besten auch gleich 48 Teilnehmer. Damit sich endlich Gibraltar und San Marino qualifizieren.

Ich halte nichts von künstlich aufgeblähten Endrunden. Selbst wenn es Italia dann zur WM geschafft und der alte Gigi keine Tränen vergossen hätte. Die waren wenigstens echt.

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