AZ-Kommentar Horst Seehofer: Sein letztes Gefecht

Sein letztes Gefecht: Michael Schilling über CSU-Chef Horst Seehofer. Foto: dpa

Der Chefredakteur über die Taktik von CSU-Chef Seehofer.

Wenn Parteichef Seehofer das CSU-Wahldebakel als "historische Situation" einordnet, hat er dabei im Hinterkopf: Einige seiner Vorgänger wurden schon nach deutlich besseren Ergebnissen geschasst. Und er selbst könnte auch bald Geschichte sein. Nur wenn er für die CSU in den Berliner Koalitionsgesprächen das bestmögliche Ergebnis erzielt und in Bayern noch vor den Landtagswahlen einen Stimmungsumschwung erzielt, wird er nicht als Gescheiterter abtreten.

Deshalb startet er jetzt mit wehenden Fahnen in sein letztes Gefecht. Er droht Kanzlerin Merkel subtil mit dem Ausstieg aus der Partnerschaft mit der CDU ("Ohne die CSU kann es keine stabile Regierung geben"). Und er legt sich fest, dass es ohne eine Migrations-Obergrenze keine Koalition mit seiner Partei geben wird.

Da lässt ein Wahlverlierer alle Muskeln spielen, die ihm geblieben sind. Seehofer gibt den starken Mann, der die Richtung anzeigt. Dabei hat die Wahl gerade gezeigt, dass er nicht unfehlbar ist. Vorletzte Woche, so Seehofer gestern, hätte man in der CSU noch an 48 Prozent plus X geglaubt. Womöglich nicht der letzte Irrtum.

 

 

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