AZ-Kommentar Die altstädtische Verkehrspolitik: Zum Verzweifeln!

, aktualisiert am 31.01.2018 - 14:39 Uhr
AZ-Vize-Chefredakteur Thomas Müller über die Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring und verpasste Chancen der Stadt. Foto: Wöhr + Bauer/AZ

AZ-Vize-Chefredakteur Thomas Müller hält wenig von der altstädtischen Verkehrspolitik.

Es ist zum Verzweifeln. Da bietet sich schon mal die Chance, wenigstens eine stadtplanerische Todsünde aus den autowütigen 60er Jahren ansatzweise zu tilgen – aber nichts wird daraus. Wieder mal nicht.

Noch viel ärgerlicher: Sogar die Baureferentin ist dafür, den Thomas-Wimmer-Ring im Zuge des Parkhaus-Neubaus zu verschmälern. Und die GroKo im Stadtrat? Ist wieder mal beharrender als die ohnehin nicht als besonders pfiffig verschriene Verwaltung. Weil dort aber Busse halten, könne man partout nicht darauf verzichten, sagen CSU und SPD.

Ausgerechnet die CSU spricht von Luftreinhaltung

Eine bizarre Begründung, die erneut verdeutlicht, wie desinteressiert und unmotiviert die Verkehrsprobleme im Stadtrat abgehandelt werden. Als ob die Touri-Busse nicht woanders halten könnten als bloß am Altstadtring. Früher etwa hielten sie am Alten Botanischen Garten. Richtig, genau dort, wo jetzt auf einer gekiesten Ödnis eine Ring-Skulptur prangt.

Endgültig bizarr wird’s dann am Isartor (noch so ein stadtplanerisch völlig zerstörter Altstadt-Platz), wo die CSU nicht auf die freilaufende Abbiegespur verzichten will – und das im Sinne einer besseren Luftreinhaltung begründet. Luftreinhaltung. Die CSU ausgerechnet. Noch mal, es ist wirklich zum Verzweifeln. Wenn nicht sogar, mit Verlaub, zum Kotzen.

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