AZ-Kommentar Der Beginn der Ära Söderhofer: Purer Populismus

Der Parteichef, Ministerpräsident Horst Seehofer (l.), gratuliert Markus Söder zu dessen Nominierung als Spitzenkandidat der CSU. Foto: AZ/dpa

Die Nachrichten-Chefin über den neuen Spitzenkandidaten Markus Söder.

Markus Söder ist ein Machtmensch. Er will der CSU die absolute Mehrheit in Bayern erhalten, unbedingt, in FJS-Manier gerne auch mit Stimmen vom rechten Rand. Die CSU sei die Partei der Mitte, sagt er in Nürnberg, "aber die demokratische Rechte gehört auch dazu". Die AfD bezeichnet er – ohne sie beim Namen zu nennen – als "demokratische Partei, zumindest teilweise", was von anderen Politikern nur noch selten zu hören ist.

Und nach ein paar Sätzen über Pflege, Wohnungsnot sowie Digitalisierung geht es wieder nur um: Flüchtlinge, die bayerische Leitkultur (was auch immer das sein soll), Burkas, die Scharia und die Begrenzung der Zuwanderung. Wieder malt er das Schreckgespenst einer sechsstelligen Zahl abgelehnter Asylbewerber an die Wand, die trotz Ausreisepflicht nicht abgeschoben werden könnten – obwohl Experten deren Zahl mit 32.000 angeben.

Das ist weder innovativ noch ehrlich, sondern purer Populismus. Doch wer Populismus will, wählt das Original – und wem die CSU bei der Bundestagswahl schon zu weit rechts stand, den wird sie mit einer noch schärferen Gangart sicher nicht zurückgewinnen.

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