AZ-Kommentar Aus für Bayerns Schulnoten? Pro und Kontra

Clemens Hagen und Tobias Wolf über die Vor- und Nachteile vom Notensystem. Foto: dpa/ho

Lehrer- und Elternverband in Bayern stellen die Schulnoten zur Diskussion. Der AZ-Redakteur Clemens Hagen ist auf ihrer Seite. Ihm widerspricht AZ-Redakteur Tobias Wolf.

 

München - Bayerns Lehrerverband fordert ein Ende der Schulnoten, Gespräche seien das besssere Mittel. Der Vorschlag pünktlich zur Vergabe der Zwischenzeugnisse in Bayern stieß auf Kritik. Auch die AZ-Redaktion ist sich uneins.

Pro: Gewissensfrage

Kennen tue ich praktisch alle Schulen unserer Stadt, so oft bin ich durchgefallen, so oft musste ich die Lehranstalt wechseln. Als ich den Eltern vom bestandenen Abitur berichtete, weinten sie vor Glück.

Ich habe unter einem chronisch schlechten Gewissen gelitten, weil ich die schlechten Noten daheim nicht gebeichtet habe. (Klar, stinkend faul war ich damals auch.) Hätte es keine Noten gegeben, stattdessen eine individuelle Leistungsbewertung, meine Jugend wäre ein (noch viel größeres) Fest gewesen.

 

Kontra: Charakterbildung

Ob in der Arbeit, im Sport oder eben in der Schule: Im Leben zählt nun mal Leistung. Und wenn’s mal nicht so gut läuft, bekommt man halt Rüffel vom Chef, geht als Verlierer vom Feld oder kassiert eine schlechte Note. Das ist kein Weltuntergang. Es sind kleine Niederlagen, aus diesen es zu lernen gilt, um daran wachsen zu können.

Das Scheitern gehört zur Charakterbildung. Wer mit (schulischen) Misserfolgen umzugehen weiß, wird es im Leben leichter haben. Man kann (und soll) Kinder nicht vor allem schützen.


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