AZ-Kommentar Allmachtsphantasien in der Türkei

AZ-Nachrichten-Chefin Natalie Kettinger über den türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: dpa

AZ-Nachrichten-Chefin Natalie Kettinger über Erdogan und die EU.

Es hat keinen Sinn, der Türkei die Tür zu Europa noch länger offen zu halten. Unter einem Präsidenten Erdogan ist dieses Land nicht EU-kompatibel. Menschenrechte? Existieren maximal auf dem Papier.

Pressefreiheit? Nach dem Putschversuch wurden laut der Organisation Reporter ohne Grenzen weit über 100 Journalisten verhaftet, rund 150 Medien geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert. Das Recht auf Leben? Soll mit der Wiedereinführung der Todesstrafe als Nächstes beschnitten werden.

So bösartig es klingen mag: Man kann nur hoffen, dass noch mehr Investitionen ausbleiben, noch mehr Touristen andere Ziele ansteuern und noch mehr Staaten sich abwenden. Denn vielleicht liegt im ökonomischen Niedergang und der politischen Isolation eine Chance – die Chance, dass sich die Menschen in der Türkei Erdogans Allmachtsphantasien nicht länger gefallen lassen und den Tyrannen zum Teufel jagen.

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