AZ hat sich umgesehen MS Utting: Eröffnung erst im Herbst

Die MS Utting wird derzeit noch weiter aus- und umgebaut. Foto: min

Die Eröffnung des Schiffs MS Utting auf der Brücke in Sendling verzögert sich bis in den Herbst. Wo die Probleme liegen und was die Macher planen. Ein Baustellen-Besuch.

Sendling -  Wie eine lustige Seefahrt soll es sein, wenn die Münchner an Bord der MS Utting gehen. Das ehemalige Ausflugsschiff ankert seit Februar auf einer alten Eisenbahnbrücke in Sendling (AZ berichtete) und sollte eigentlich im Sommer Münchens schönstes Ausflugsziel werden.

Doch die Schiffstaufe und offizielle Eröffnung verschiebt sich auf Oktober. "Bei uns ist’s wie auf jeder Großbaustelle, es passiert Unvorhergesehenes. Weil wir es richtig gut machen wollen, werden wir wohl erst im Oktober öffnen", sagt Daniel Hahn (27), Kopf vom Kulturverein Wannda. Wie auf jeder Großbaustelle ist’s auf der MS Utting dann doch nicht. Denn der Verein stemmt viele der Bauarbeiten mit rund 70 Leuten selbst – ehrenamtlich. Frederick Saulus ist Schreiner und macht beim Baustellenbesuch am Mittwochnachmittag Holzarbeiten am Boden. Denkmalpfleger Thomas Tejessy hilft ihm und Metaller Elias Bleek wurschtelt auch an Bord herum.

Die Probleme

Was der Schiffscrew derzeit fehlt, sind Handwerksbetriebe mit Zeit. "Wir brauchen einen Installeuteur für Frisch- und Abwasser, Heizungsbauer und Schlosser", zählt Daniel Hahn auf. Viele Betriebe sind auf Monate ausgebucht. Außerdem verzögert sich der Umbau, weil natürlich alles korrekt ablaufen muss und die Behörden Arbeitsschritte absegnen müssen. Und dann ist da noch das liebe Geld. "Das wird alles viel viel teuer, als wir gedacht haben", sagt Daniel Hahn, klingt dabei aber wenig verzweifelt. Weitere Sponsoren wären gut, Sachspenden, die auf dem Schiff verbaut werden können. Sorgen macht sich der Verein trotzdem nicht: Werdscho.

Wenn’s dann geworden ist, soll die MS Utting vor allem ein Café mit gesundem Essen sein. Sitzen, reden, die Aussicht genießen. Ein bisserl ruhiges Musikprogramm, mal eine Lesung. Eine Küche wird auf das Schiff nicht eingebaut. Stattdessen steht am Heck der Utting, also Richtung Großmarkthalle, ein Küchencontainer, in dem unter Anleitung eines Wannda-Vereinsmitglied ayurvedisch gekocht wird. Das heißt, wenig Fleisch, wenig Weizen, dafür Reis, Linsen, Gemüse. Im Steuerhaus vorne am Bug wird eine Bar reingebaut. Derzeit lagert dort Werkzeug.

Im Maschinenraum wurde das meiste rausgebaut. Aber ein bisserl bleibt drin, damit die Gäste ein Gefühl für die Geschichte der Utting bekommen. Wenn’s in ein paar Wochen mit dem Innenausbau losgeht, werden die alten Einbauten wieder reingebaut. Die Utting soll so ausschauen, wie sie 65 Jahre lang auf dem Ammersee fuhr. Nur ein bisschen schicker, ein bisschen verspielter, ein bisschen mehr wannda.

Im Video: Hier setzt sich die MS Utting auf die Sendlinger Brücke

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