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Australien Dramatische Hochwasser-Lage in Australien

dpa, vom 05.02.2012 12:38 Uhr
Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh, besichtigt die Hochwasser-Gebiete. Foto: Dan Peled Foto: dpa
Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh, besichtigt die Hochwasser-Gebiete. Foto: Dan Peled Foto: dpa

Angesichts steigenden Hochwassers im australischen Bundesstaat Queensland hat die dortige Regierung tausende Menschen zur Flucht in höher gelegene Gebiete aufgefordert. Die Bewohner von St. George im Südwesten von Queensland sollten die Kleinstadt verlassen.

Sydney - In dem Viehzüchter-Distrikt leben etwa 3800 Menschen. Starker Regen hat die Flüsse in Queensland auf Rekordstände anschwellen lassen. Ein Teil der Wassermassen bewegte sich am Sonntag nach Süden und bedrohte den Bundesstaat New South Wales.

"Dies ist eine sehr ernste Lage und ich möchte alle Menschen dringend bitten, zu kooperieren", sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh. Sie besichtigte am Sonntag die Dämme in St. George, die an einigen Stellen schon Lecks aufwiesen. Nur eine Straße verband die Stadt noch mit höher gelegenen Gebieten. Die Regierung hatte zunächst zu einer freiwilligen Räumung aufgefordert, im Laufe des Tages spitzte sich die Lage allerdings zu. Ein Hubschrauber und Transportflugzeuge des Militärs sollten Patienten aus dem Krankenhaus von St. George in Sicherheit bringen.

Provisorischen Sperren hielten die Fluten zurück, die nach Medienangaben auf fünf Kilometer Breite und sieben Meter Höhe angeschwollen sind. Es sei zu spät, die Dämme noch weiter zu erhöhen, sagte die Ministerpräsidentin. Schon im Jahr 2010 hatte Hochwasser den Viehzüchter-Ort verwüstet, als der Balonne-Fluss auf einen Stand von 13,5 Meter stieg. Für den kommenden Dienstag wird ein Pegelstand von bis zu 15 Metern erwartet.

Am Sonntag bargen Rettungskräfte die Leiche einer Frau. Sie war am Vortag vor den Augen der Retter von einem Hochwasser führenden Fluss nahe der Stadt Roma weggerissen worden. Ihren Sohn konnte die Frau in letzter Sekunde den Helfern übergeben. Sie hatte versucht, mit ihrem Pickup den Fluss zu überqueren.

In Teilen des Bundesstaats New South Wales begannen am Sonntag erste Aufräumarbeiten. In der vom Hochwasser besonders betroffenen Stadt Moree wurden Evakuierungswarnungen wieder aufgehoben. Die Pegelstände waren seit Samstag leicht gesunken. Etwa 3000 Menschen blieben aber in New South Wales weiter von der Umwelt abgeschnitten, teilte der örtliche Rettungsdienst SES mit.

Keine Entwarnung gab es für Regionen im Landesinneren von New South Wales: Hochwasser führende Flüsse bringen in den kommenden Tagen und Wochen neue Wassermassen von Queensland nach New South Wales. "Wir fordern die Menschen auf, ihre Vorräte zuhause aufzustocken und wichtige Dinge wie zum Beispiel Fotos zurechtzulegen, für den Fall, dass evakuiert werden muss", sagte SES-Sprecherin Erin Pogmore der Nachrichtenagentur AAP.

Im vergangenen Jahr waren in Queensland bei den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten mindestens 30 Menschen gestorben. Tausende Häuser standen unter Wasser, landwirtschaftliche Flächen fielen den Fluten zum Opfer.

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