Für die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker können sich auch Hauptschüler bewerben

Martin (23) ist einer von rund 50 Lehrlingen bei der airberlin technik GmbH (ABT), die dort zum Fluggerätmechaniker für Instandhaltungstechnik ausgebildet werden. Nachdem er sich im ersten Lehrjahr vor allem im Auseinander- und Zusammenbauen von Motoren übte, durchläuft er nun im zweiten Jahr sämtliche Werkstätten der airberlin technik, die am Düsseldorfer Flughafen angesiedelt sind. Im kommenden Lehrjahr wird er sich dann im laufenden Flugbetrieb gemeinsam mit seinen Kollegen um die täglichen Kontrollen der Flugzeuge kümmern. Dann tauscht er zum Beispiel abgenutzte Reifen aus oder kontrolliert die Funktionstüchtigkeit der Schwimmwesten an Bord.
Die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker dauert dreieinhalb Jahre. Im Blockunterricht an der Berufsschule stehen Fächer wie Luftrecht oder Lufttechnik auf dem Stundenplan. Laut der Bundesagentur für Arbeit liegt das Ausbildungsgehalt zwischen 781 bis 806 Euro im ersten und 935 bis 968 Euro im vierten Lehrjahr. Beim Berufseinstieg zahlen Arbeitgeber dann zwischen 2500 und 2800 Euro brutto pro Monat.
Im Gegensatz zu einem Auto, mit dem man alle zwei Jahre zum TÜV fährt, müsse ein Flugzeug permanent überwacht werden, erklärt Dietmar Bruhn, Manager bei der airberlin technik.
Die Wartung wird häufig nachts durchgeführt, um den Flugbetrieb nicht zu behindern. In der Regel arbeiten Fluggerätmechaniker daher im Schichtdienst.
Die Ausbildung ist in drei Fachrichtungen unterteilt: Neben der Instandhaltungstechnik gibt es die Fertigungstechnik und die Triebwerkstechnik. Bewerber brauchen einen Realschulabschluss oder sehr guten Hauptschulabschluss. Daneben sollten sie gute Noten in Mathematik und Physik haben und gute Fremdsprachenkenntnisse mitbringen, sagt Norbert Gebien, stellvertretender Ausbildungsleiter bei Lufthansa Technical Training in Hamburg. Denn die Handbücher der Flugzeughersteller seien alle auf Englisch verfasst.
Neben einer Affinität zu Technik und handwerklichen Tätigkeiten ist räumliches Vorstellungsvermögen gefragt. Und noch etwas ist den Ausbildern wichtig: „Technisches Interesse und der Wunsch, gut zu verdienen, reichen nicht aus. Die Bewerber müssen auch ein Herz für die Luftfahrt mitbringen”, so Bruhn.