Die Erneuerung eines neun Kilometer langen Streckenabschnitts der B15 in Niederbayern soll nun 182 Millionen Euro kosten. Bei einer Schätzung vor sechs Jahren war es noch die Hälfte. Die Grünen protestieren.

München - Die B15 neu im Landkreis Landshut kommt den Steuerzahler deutlich teurer als geplant. Wie die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär (CSU), nun mitteilte, wird allein das Teilstück von Ergoldsbach bis zum Anschluss an die A92 bei Landshut mit rund 182 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Ursprünglich waren Kosten in Höhe von 88 Millionen Euro geplant

Nach den ursprünglichen Planungen sollte der etwa neun Kilometer lange Abschnitt „nur“ 88 Millionen Euro kosten. So lautete eine Prognose der Autobahndirektion Südbayern im Jahr 2009.

Die Anfrage bei Bär hatte der für den Wahlkreis Landshut zuständige Grünen-Abgeordneten Dr. Thomas Gambke gestellt. Für Gambke, der dem Projekt sehr kritisch gegenübersteht, ist die Antwort eine Steilvorlage, um einmal mehr gegen die B15 neu im Allgemeinen und den derzeit diskutierten Weiterbau über die A92 hinaus Richtung Rosenheim zu wettern: „Kostensteigerungen bei Straßenverkehrsprojekten sind ja an der Tagesordnung. Aber Steigerungen von über 100 Prozent schlagen dem Fass den Boden aus.“

Ein Kilometer B15 neu kostet voraussichtlich 20 Millionen Euro

Ein Kilometer B15 neu zwischen Ergoldsbach und der A92 werde demnach rund 20 Millionen Euro verschlingen. „Da hätte man schon ein zweites Mal nachdenken müssen, bevor die Bagger rollen,“ so Gambke.

Doch woher kommt die Kostenexplosion? Die Autobahndirektion Süd betont: Nach dem Planfeststellungsverfahren und einem hydrogeologischen Gutachten seien Umplanungen nötig geworden, etwa wegen des hohen Grundwassers und Lärmschutzmaßnahmen. Geplant ist, dass die Bundesstraße einmal von Regensburg bis nach Rosenheim führt. Gegen den Weiterbau in Richtung Süden gibt es aber massive Proteste in der Region.

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Auch Gambke sieht den Sinn der vierspurigen B15 neu in Frage gestellt: „Wer bei den Kosten so krass daneben liegt, muss sich fragen lassen, ob er beim Nutzen noch glaubwürdig ist.“ Seiner Meinung nach reiche über weite Strecken ein zwei- statt vierspuriger Ausbau aus. Die jetzige Planung lasse allerdings das Gegenteil befürchten. Die Gemeinschaft der Bürgerinitiativen gegen die B15 neu fordert angesichts der neuen Diskussionen über steigende Kosten sogar den sofortigen Stopp der Ausbaupläne, berichtet der „Bayerische Rundfunk“. Die Pläne seien verkehrspolitisch und finanzpolitisch unverantwortlich.

Landshuts OB Hans Rampf (CSU) dagegen pocht auf den Weiterbau. Ansonsten könne man Landshut verkehrstechnich vergessen. „Wir können den Durchgangsverkehr nicht mehr verkraften.