Auch die Franzosen bringen ein Pick-up Renault Alaskan: Der Allianz-Laster

Der schafft was weg: Der Renault Alaskan darf bis zu einer Tonne schleppen, dank Allrad wühlt er sich auch im Gelände durch. Foto: Rudolf Huber

Noch spielen Pick-ups auf dem deutschen Markt nur eine Nebenrolle. Doch die Verkaufszahlen steigen, weil auch das Angebot wächst - etwa mit dem Renault Alaskan.

Ljubljana - Der Hauch von Freiheit und Abenteuer passt einfach in die Zeit - genauso wie die Vielseitigkeit der modernen Pritschenwagen mit rund einer Tonne Nutzlast. Für Renault lag es nahe, sich in diesem Segment wie Mercedes mit der X-Klasse bei Allianzpartner Nissan und dessen etabliertem Lasttier Navara zu bedienen. Das Ergebnis heißt Alaskan, sieht aus wie ein Renault fürs Grobe und wird von einem markeneigenen Diesel angetrieben.

Die Optik des Alaskan ist, Geschmackssache hin oder her, eindeutig gelungen. Die Designer haben das aktuelle Markengesicht mit dem senkrecht stehenden Rhombus und den C-förmigen Tagfahrleuchten ins Großformat übertragen, das Modell mit markanten Radhäusern, kurzen Überhängen und ein paar Chrom-Applikationen versehen. Angeboten wird der Neue ab November als Doppelkabiner mit fünf vollwertigen Sitzplätzen und einer ordentlich dimensionierten Ladefläche von 1,58 mal 1,56 Meter, auf der maximal 960 Kilo transportiert werden dürfen. Weil die "Heckklappe" mit bis zu einer halben Tonnen belastet werden darf, lassen sich mit dem Alaskan auch schwere Dinge wie ein Motorrad oder ein Quad transportieren. An den Haken nehmen darf das französisch-japanische Gemeinschaftsprodukt bis zu 3,5 Tonnen. Die Voraussetzungen für Transporte aller Art sind also gegeben.

Als Antrieb kommt ein 2,3-Liter-Diesel aus dem Hause Renault zum Einsatz, der auch im großen Master eingesetzt wird und im Alaskan mit einfachem Turbo 120 kW/163 PS und mit Biturbo 140 kW/190 PS leistet. Eine Sechsgang-Handschaltung ist Serie, die stärkere Version gibt es auch mit einer etwas verzögernd wirkenden, siebenstufigen Wandlerautomatik. Das Gefühl großer Agilität kommt jedenfalls beim Beschleunigen nicht auf, die gut 2,1 Tonnen Leergewicht müssen erst einmal in Fahrt gebracht werden. In Zahlen: Beim Spurt von 0 bis 100 km/h vergehen 10,8 Sekunden, die Spitze liegt bei 180 km/h, beim Handsschalter bei 184 km/h. Die schwächere Version kommt in 12,0 Sekunden auf 100 und ist maximal 172 km/h schnell. Ihr Normverbrauch liegt bei 6,3 Liter je 100 Kilometer, dieser Wert gilt auch für die handgeschaltete 190-PS-Variante, der Automatik-Aufschlag beträgt 0,6 Liter.

Der Alaskan ist eindeutig der Cruiser, der Gleiter. An die Länge von 5,40 Metern und den Wendekreis von 12,40 Metern sollten Pick-up-Neulinge bei engen Durchfahrten und beim Rangieren erst einmal herantasten. Die Lenkung ist relativ straff ausgefallen, auch daran muss man sich gewöhnen. Mitschwimmen im Verkehr liegt dem Pick-up am meisten, die Geräuschkulisse ist dabei dezent, dank einer relativ aufwendig geführten hinteren Starrachse hält sich auch das von Pick-ups gewohnte Eigenleben der Hinterräder in sehr erträglichen Grenzen. Dabei halfen im Testwagen aber auch 120 Kilo Sand in einer Staubox auf der Ladefläche. Normalerweise tritt der neue Renault mit Frontantrieb an, Kraft auf alle Viere kann bis Tempo 100 zugeschaltet werden. Und im Stand lässt sich auch noch die Geländeuntersetzung aktivieren, die den Alaskan in Kombination mit dem elektronischen Differenzial zum echten Crack in Matsch und Schlamm und im ziemlich anspruchsvollen Gelände macht. Wer's noch gröber treibt, kann auch ein mechanisches Sperrdifferenzial für die Hinterachse ordern.

Den Betrieb im Gelände erleichtern zwei serienmäßige Funktionen: Die Berganfahrhilfe, die auch auf hohe Zuladung und Anhängelast abgestimmt ist, und der Bergabfahr-Assistent. Nützlich sind auch die Böschungswinkel von 29 und 25 Grad vorne und hinten, 45 Zentimeter Wattiefe und der Rampenwinkel von 24 Grad. Renault bietet den Alaskan in Deutschland in den Versionen Life, Experience und Intens an, grundsätzlich ist der Pick-up etwa mit Tempopilot, schlüssellosem Zugang, CD-Radio, Klimaanlage und Bordcomputer ausgestattet. In Stufe zwei gibt es noch ein Infotainment-System mit 7-Zoll-Touchscreen, Navigation und Rückfahrkamera sowie eine Zwei-Zonen-Klimaanlage. Die Spitzenversionen bieten neben LED-Scheinwerfern und -Tagfahrleuchten auch elektrisch verstellbare und beheizbare Ledersitze und einen 360-Grad-Monitor.

Die Preise beginnen bei 36.900 Euro für den 2.3 dCi 160 Life, der getestete 2.3 dCi 190 Intens Automatik steht mit 46.800 Euro in der Preisliste.

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