Asiatische Leihrad-Invasion Bezirksausschuss fordert: Weniger oBike-Radl in Sendling!

, aktualisiert am 31.08.2017 - 16:51 Uhr
Dutzende oBikes stehen in Sendling. Der BA fordert nun eine Begrenzung der Anzahl. Foto: BA7/AZ

Der Bezirksausschuss Sendling-Westpark wendet sich mit einem Dringlichkeitsantrag an die Stadt München. Es geht um den Bikesharing-Betreiber oBike – der BA fordert eine klare Begrenzung der Radl-Anzahl.

Sendling - Erst am vergangenen Donnerstag hat sich die CSU-Stadtratsfraktion an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gewandt. Im Antrag forderte die CSU, dass die Stadt mit dem asiatischen Bikesharing-Betreiber oBike in Verhandlungen treten solle. Seit Anfang August stehen unzählige der gelb-grauen Leihräder in München und dem naheliegenden Umland.

Die Anzahl der Räder ist so hoch, dass der Bezirksausschuss 7 (Sendling-Westpark) nun Konsequenzen fordert. In einem Antrag fordert der BA, "dass die Landeshauptstadt München umgehend Regelungen erlässt, die den Bikesharing-Betreibern eine Begrenzung der Anzahl von Fahrrädern pro Ausgabestation auferlegt."

"Verschandelung des Stadtbildes"

Für den BA ist die Sache klar: Die Vielzahl der Räder an den Ausgabe- und Sammelstellen führt zur "Verschandelung des Stadtbildes". Daneben könnten die Fahrräder auch eine Verkehrsgefährdung und Behinderungen für die Fußgänger darstellen. Das geht mit dem Prinzip von oBike einher: Denn eigentlich können die Nutzer das Rad nach der Fahrt abstellen, wo sie möchten. Die Betreiber geben nur den freundlichen Hinweis, das Fahrrad an einem "geeigneten Ort" zu parken. In der Folge versperren die gelb-grauen Räder so dann auch mal den Gehweg oder andere enge Stellen.

oBike will "die öffentliche Ordnung wahren"

Ein Sprecher des Unternehmens reagierte am Donnerstag auf den Antrag des Ausschusses: "Tatsächlich kann es vorkommen kann, das Fahrräder durch Kunden verkehrsungünstig abgestellt werden. Auch kann oBike nicht ausschließen, dass Fahrräder, beispielsweise durch unsachgemäße Verwendung, beschädigt werden", so der Sprecher.

"Allerdings kooperiert oBike mit einer externen, lokalen Speditionsfirma, die die Fahrräder während täglicher Runden durch die Stadt auf Schäden und Sicherheit überprüft und entsprechend repariert. Die Mitarbeiter dieses Unternehmens sind außerdem dazu angehalten die Räder gleichmäßig in der Stadt zu verteilen. Sie sammeln diese Tag und Nacht ein, falls sie in unzulässigen Gebieten abgestellt wurden. oBike und der lokale Partner sind sehr bemüht, die öffentliche Ordnung zu wahren und falsch parkierte Fahrräder innerhalb kurzer Zeit wegzuräumen. Derzeit dürfen die Nutzer die Räder überall abstellen, außer auf Privatgrundstücken."

Daneben soll die oBike-App bald eine Funktion anbieten, die den Nutzern Zonen anzeigt, an denen das Abstellen der Fahrräder erlaubt, bzw. nicht erlaubt ist.

oBike: Konkurrenz für DB und MVG

Der BA bezieht sich in seinem Antrag auch auf ein ganz konkretes Beispiel: "An der Straßenecke Waldfriedhof-/Fürstenrieder Straße wurden am 28. August 40 Fahrräder gezählt. Das ist nicht mehr hinnehmbar. Noch scheint die Landeshauptstadt die Verhandlungen mit dem asiatischen Unternehmen nicht aufgenommen zu haben.

Neben der Deutschen Bahn und der MVG ist oBike der dritte Bikesharing-Anbieter in München. Als die Fernost-Radl Anfang August nach München kamen, waren es noch 350, inzwischen sind es schätzungsweise 1.650, bis Ende September sollen sie sich auf 2.000 vermehren. Die Bahn hat im Münchner Fuhrpark ihrer Konzerntochter "Call a Bike" derzeit 1.200 Räder, dazu kommen 1.200 der MVG, die noch auf 3.200 aufgestockt werden sollen.

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