Großbaustelle an der Stammstrecke: Die Bahn zieht nach sieben Wochen eine positive Bilanz.

MÜNCHEN Dem Münchner S-Bahn-Chef ist die Erleichterung anzusehen. „Die letzten sieben Wochenenden haben unseren Kunden einiges abverlangt”, sagt Bernhard Weisser. Sieben Wochenenden mit der Stammstrecke als Mammut-Baustelle, mit Vollsperrung und Schienenersatzverkehr. Trotz einiger Probleme lief der Betrieb zufriedenstellend.

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„Unsere Fahrgäste haben sich schnell auf das Ersatz-Verkehrskonzept eingestellt", sagt Weisser. „Sie haben viel Verständnis gezeigt für die oftmals längeren Fahrzeiten und häufigeren Umstiege.”

Vor allem die Samstagnachmittage mit Fußgänger-, Fahrrad- und Automassen rund um Stachus und Viktualienmarkt machten Schwierigkeiten – die Ersatzbusse kamen nur sehr schleppend durch. Auch eine – trotz aller Koordinierungsmaßnahmen – unverhoffte Zusatzbaustelle auf der Donnersberger Brücke sorgte für Verspätungen. Und der Umzug zum Christopher Street Day ebenso.

Insgesamt wurden an den sieben Wochenenden rund 1,5 Millionen Passagiere bei etwa 10000 Busfahrten transportiert. Viele stiegen auch auf U-Bahn oder Tram um – oder gingen gleich zu Fuß.
„Der Kern des Erfolgs waren die 200 zusätzlichen Servicekräfte”, so Weisser. „Sowohl die Mitarbeiter der Bahn, wie auch die zusätzlichen Mitarbeiter gaben sich die größte Mühe, die Fahrgäste auf den besten Weg zu schicken”, lobt auch Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste.

Er fordert künftig „freie Bahn für SEV-Busse”. Die Behörden müssten noch mehr für die Fahrgäste tun „und öfter einmal eine Entscheidung für den Linienverkehr auch an der Oberfläche treffen”.
Die S-Bahn will das heuer Gelernte nächstes Jahr in die Praxis umsetzen. Es stehen wieder umfangreiche Bauarbeiten und Stammstrecken-Sperrungen an.

Weisser: „Damit die Busse möglichst wenig behindert werden, müssen zum Beispiel Baustellen, Kundgebungen oder andere Veranstaltungen in der Innenstadt auf ein Minimum reduziert werden.”