Angreifer des TSV 1860 Bei Ex-Klub Burghausen: Kindsvater ist auf Tormission

Kam von Wacker Burghausen zum TSV 1860: Benjamin Kindsvater. Foto: imago/foto2press

Für Benjamin Kindsvater vom TSV 1860 hat das Spiel der Löwen bei Wacker Burghausen eine ganz besondere Bedeutung. Und das nicht nur, weil der Angreifer auf den Ex-Klub trifft.

München - Kleines Spielfeld. Zwei große Tore. Über 20 wuselnde Löwen dazwischen. Viel Gelächter. Ein Jubelschrei. Benjamin Kindsvater ist es, der den Ball im Training der Sechzger aus fünf Metern in den Winkel wuchtet – einen Gymnastikball. Der Gute-Laune-Faktor stand beim TSV 1860 vor dem Samstagsspiel in der Regionalliga Bayern bei Wacker Burghausen (14 Uhr/im AZ-Liveticker) eindeutig im Fokus.

Zackige Torabschlüsse nach Flanken, ein Kreisspiel, bei dem sogar Trainer Daniel Bierofka, mit etwas runderem Bäuchlein als zu aktiven Zeiten, aber mit technischer Finesse wie eh und je mitmischte. Und den Schützen des eben geschilderten Tores anraunzte ("Kindsvater! Sch…pass!"), bevor er scherzte: "Endlich schaut‘s nach Fußball aus." 

Kindsvater schoss noch kein Tor für 1860

Kindsvater, Neuzugang aus Burghausen, trifft mit den restlichen Gaudi-Löwen in der Wacker-Arena auf seinen Ex-Klub. Und er hat einen Premieren-Vorsatz. "Ich weiß zwar nicht, ob ich jubeln würde, aber es wär‘ mal an der Zeit für einen Treffer – es wäre mein erster", sagt der 24-jährige Flügelstürmer der AZ.

Kindsvater ist ein gefragter Mann vor dem Auswärtsspiel der Sechzger am 21. Spieltag: "Ich habe jahrelang in Burghausen gespielt und viele schöne Erinnerungen daran." Die da wären, zwischen 2010 und 2017? "Ich habe dort das Fußballspielen gelernt und die Chance bekommen, in der Dritten Liga zu spielen. Das war ein absolutes Highlight für mich als jungen Spieler", erzählt der gebürtige Trostberger und lobt seinen Ex-Coach mit Löwen-Vergangenheit: Uwe Wolf.

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Kindsvater: "Ich habe ihm viel zu verdanken, denn er hat mich weitergebracht." Weil Burghausen nach dem Abstieg aus Liga drei und der Kürzung von Sponsorengeldern den Rückzug aus dem Profifußball angetreten hat, entschied sich Kindsvater eigentlich für einen Wechsel zu höherklassigen Sechzgern, um dort sein Glück zu versuchen – um dann nach dem Doppel-Abstieg zum alten Verein zu reisen.

Kindsvater oder Helmbrecht?

Im Hinspiel, das die Giesinger mühevoll nach 0:1-Rückstand mit 3:1 gewannen, hatte der Offensivspieler eine Partie gesehen, in der "wir nicht zurückliegen dürfen, aber es gut umgebogen haben". Eine Szene, in der Burghausens Ex-Talent mitleiden musste: "Philipp Knochner, damals und heute mein bester Freund, hat sich das Kreuzband gerissen und kann daher leider jetzt nicht mitwirken." 

Benjamin Kindsvater TSV 1860

Verlor seinen Stammplatz beim TSV 1860: Benjamin Kindsvater (li.). (Foto: Rauchensteiner/Augenklick)

An der Grünwalder Straße fühlt sich der schnelle Dribbler Kindsvater wohl. "Ich hatte einen guten Start, wurde aber leider zurückgeworfen", sagt er über seine schnelle Stammplatz-Eroberung und den nachfolgenden Innenbandanriss im Knie: "Aber jetzt fühle ich mich immer besser." 

Auf die Frage, ob Kindsvater oder Kollege und Kontrahent Nicholas Helmbrecht nach abgelaufener Sperre auflaufen werde, sagte er diplomatisch: "Klar will ich spielen, aber ich denke wir beide würden uns voll reinhauen." Zwölf Einsätze und drei Asissts stehen auf seiner Haben-Seite.

1860-Coach Bierofka monierte

Bierofka hatte am flinken Flügelfitzer moniert, dass er noch mehr Zug zum Tor entwickeln müsse. Kindsvater selbstkritisch: "Der Trainer hat Recht. Meine Stärke ist das Tempodribbling, aber da ist noch Luft nach oben." Am Samstag soll‘s schließlich klappen – an der alten Wirkungsstätte.

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