"Andere Verhältnisse im Denkmalschutz" Baugenehmigung abgelaufen? Protest gegen diese Klinik

Zur Straße hin ein Schmuckstück: Die Gärtnerklinik, um deren rückseitigen Anbau es Ärger gibt. Foto: Petra Schramek

Der Bezirksausschuss läuft Sturm, weil ein provisorischer Anbau aus den 70er Jahren doch weiter genehmigt bleiben könnte.

Seit 40 Jahren steht der Anbau im hinteren Bereich des Anwesens Possartstraße, dem Sitz der Hals-Nasen-Ohren-Klinik Dr. Gärtner. Genehmigt war der Anbau an die denkmalgeschütze Walmdachvilla nur auf Zeit. Einer weiteren Verlängerung der Baugenehmigung zeigt der Bezirksausschuss (BA) die Rote Karte.

"Wir haben seit Giesing andere Verhältnisse im Denkmalschutz! Die Politik muss jetzt klare Kante zeigen!“, erklärte BA-Planungssprecher Robert Brannekämper (CSU, MdL) auf der jüngsten Sitzung. Vor wenigen Wochen war es in Giesing zu einer Empörungswelle gekommen – wegen des illegalen Abrisses eines denkmalgeschützten Handwerkerhäusels in Giesing (AZ berichtete). Für die Bogenhauser Stadtteilpolitiker ist das ein Grund, bei Bauanträgen für denkmalgeschützte Gebäude noch genauer hinzuschauen. Kilian Gärtner, Träger und Geschäftsführer der vom Vater gegründeten Klinik, hatte deshalb schlechte Karten, als er dem BA seine Umbaupläne präsentieren wollte. Es gehe nur um Fassadenverschönerungen, das Haus bleibe, wie es sei, erklärte Gärtner.

Der Anbau soll vom Provisorium zur Dauerlösung werden

Allerdings soll der temporäre Anbau laut Bauantrag nun dauerhaft genehmigt werden. "Die untere Denkmalschutzbehörde der Stadt und das Landesamt für Denkmalschutz sehen den Anbau kritisch. Er wurde 1977 aus wirtschaftlichen Gründen auf 15 Jahre genehmigt und dann bis heute verlängert“, sagt Brannekämper. Diese Großzügigkeit könne kein Grund sein, das jetzt zu legalisieren: "Klinik und Denkmalschutz passen schlecht zusammen. Sie hatten 40 Jahre Zeit, einen neuen Standort zu suchen!“

CSU-Fraktionschef Xaver Finkenzeller: "Wir werden alles dafür tun, dass das nicht genehmigt wird. Wir wollen diese Fassade nicht hinter dem schönen Denkmal, das Teil eines Ensembles ist“.

Zudem schaffe man einen Bezugsfall für künftige Planungen, das sei ebenfalls ein Problem. Kilian Gärtner meinte, man solle die Sache lieber im kleinen Kreis diskutieren statt im Plenum. Zudem interpretiere sein Jurist den Bescheid von 1976 anders als der BA. Xaver Finkenzeller kündigte an, die Aufsichtsbehörde einzuschalten, sollte die Lokalbaukommission den Anbau genehmigen.

Und Brannekämper stellte klar: "Der BA sagt: Bis hierher und nicht weiter!“

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