Zum Wochenanfang hatte die Bundespolizei wieder alle Hände voll zu tun. Ab Montagabend mussten die Beamten in München insgesamt wegen vier Fällen von Körperverletzung ausrücken.

München - Am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag ereigneten sich insgesamt vier Körperverletzungsdelikte in der Münchner Innenstadt. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Eine Übersicht.

 

Ladendetektiv von Dieb geschlagen

 

Am frühen Montagabend steckte ein 18-jähriger Mann in einer Drogerie am Ostbahnhof einen Salami-Snack ein und verließ den Laden, ohne zu bezahlen. Ein Ladendetektiv bemerkte den Vorfall und forderte den Dieb aus Schnaitsee auf, ihm ins Büro zu folgen. Der 18-Jährige weigerte sich – laut Polizei kam es zu einem "Handgemenge", bei der der Dieb dem Detektiv ins Gesicht geschlagen hat. Der 18-Jährige erhielt ein Hausverbot für die Drogerie.

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Der Dieb scheint unbelehrbar zu sein, denn schon wenige Stunden später war er wieder in der Drogerie am Ostbahnhof. Um kurz vor 11.00 Uhr verhielt sich der junge Mann gegenüber den Mitarbeiter dermaßen aggressiv, dass diese die Polizei alarmierten. Auch gegenüber den eingetroffenen Beamten zeigte er sich wenig einsichtig – trotz Hausverbot und Platzverweis der Polizei wollte er nicht verschwinden. Als er von den Beamten abgeführt wurde, schlug er nach einem der Polizisten, der dem Schlag allerdings ausweichen konnte. Auf dem Weg zum Polizeirevier leistete der 18-Jährige weiter Widerstand, weswegen er gefesselt wurde. Wenig später wurde ein Drogentest durchgeführt, der positiv auf Kokain und Amphetamin anschlug. Danach wurde er in "Schutzgewahrsam" genommen.

 

Schlägerei zwischen Bahn-Mitarbeiter und Fahrgast

 

Um kurz nach 20 Uhr saß ein 19-jähriger Mann aus der Maxvorstadt in der S8, er hatte seine Füße auf dem S-Bahn-Sitz abgelegt. Ein Mitarbeiter der Bahnsicherheit (20) forderte ihn kurz danach auf, seine Füße vom Sitz zu nehmen, allerdings reagierte der 19-Jährige nicht auf die Bitte. Es kam zum Streit – der Bahn-Mitarbeiter wollte den Fahrgast aus der S-Bahn werfen.

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Wie die Polizei berichtet, stieß der Mann den Security-Mitarbeiter, woraufhin dieser dem Angreifer ins Gesicht schlug. Die Bundespolizei ermittelt wegen wechselseitiger Körperverletzung.

 

Betrunkener Gast bespuckt Restaurantmitarbeiter

 

Gegen 22.30 Uhr randalierte ein betrunkener, 41-jähriger Marokkaner in einer Gaststätte am Münchner Hauptbahnhof. Als ihn ein Mitarbeiter des Restaurants aus dem Lokal werfen wollte, wurde er vom 41-Jährigen gekratzt und mit Essensresten bespuckt. Die Polizei stellte beim Marokkaner einen Atemalkoholwert von 1,46 Promille fest.

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Betrunkene prügeln sich wegen 20-Euro-Schein

 

In der Nacht auf Dienstag kam es zu einem weiteren Körperverletzungsdelikt am Hauptbahnhof. Ein 22-jähriger Garchinger hatte einem 23 Jahre alten Mann aus Uganda einen 20-Euro-Schein aus der Hose gezogen und ist anschließend geflüchtet. Der Ostafrikaner bemerkte den Diebstahl und verfolgte den 22-Jährigen, den er seit zwei Monaten kennt. Als der Garchinger über die Arnulfstraße flüchten wollte, wurde er vom Bestohlenen festgehalten – als sich der Garchinger losriss, stürzte er zu Boden. Laut Polizei kam es danach zu einem Handgemenge, bei dem sich der 23-Jährige am Daumen verletzte. Beide Männer waren stark alkoholisiert – die Polizei konnte einen Wert von rund zwei und 1,5 Promille messen.