Alzenau Nach Schädlingsplage: Bäckerei ist pleite

dpa, 04.12.2012 15:00 Uhr

Eine Alzenauer Bäckerei ist nach einem massiven Schädlingsbefall pleite gegangen. In den Backräumen waren Schaben, Mehlwürmer und anderes Getier gefunden worden. Der Insolvenzverwalter beschuldigt die Behörden, den Betrieb in die Pleite gestürzt zu haben.

Alzenau – Die wegen massiven Schädlingsbefalls seit mehr als einem Monat geschlossene Bäckerei Heeg in Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) ist pleite. Der Insolvenzantrag wurde bereits vor einer Woche gestellt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichtes Aschaffenburg am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks. Lebensmittelkontrolleure hatten Ende Oktober in den Backräumen Schaben, Kornkäfer, Mehlwürmer und Maden gefunden und Baumängel festgestellt. Die Produktion war seitdem stillgelegt. Dem vorläufigen Insolvenzverwalter zufolge ist das Unternehmen nicht mehr zu retten.

Anzeige

Die Bäckerei Heeg musste in den vergangenen Wochen frische Backwaren zukaufen, um ihre rund zehn Filialen im Raum Alzenau und Hanau weiter betreiben zu können. Die Firma beschäftigt nach eigenen Angaben fast 90 Mitarbeiter. Insolvenzverwalter Heinz-Joachim Feldmann will nun die Filialen an andere Bäckereien verkaufen. Diese könnten möglicherweise auch das Personal übernehmen, sagte der Anwalt.

Mit Blick auf die Schließung der Produktion erhebt Feldmann Vorwürfe gegen die Behörden. Sie hätten dem Betrieb keine Chance gegeben, weiterzumachen oder die Mängel zu beheben, kritisierte er. „Das Unternehmen wurde mit einem Schlag ruiniert und ist deshalb in die Pleite gerutscht.“ Vor der Schließung der Produktion sei Heeg nicht zahlungsunfähig gewesen.

Einem Sprecher des Landratsamtes zufolge waren in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal Hygienemängel in der Bäckerei festgestellt worden. Zudem seien gravierende Baumängel bis Ende Oktober nicht wie vereinbart behoben und außerdem wieder Schädlinge gefunden worden. „Das ist der Grund, warum wir so massiv gehandelt haben“, sagte er weiter. Daher habe die Behörde auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Zum Jahresanfang hatte bereits die oberbayerische Großbäckerei Müller-Brot Insolvenz angemeldet, nachdem Schädlinge in dem Betrieb in Neufahrn festgestellt wurden.

 

Anzeige
Kommentare (3)
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
DEZ
04
Huber, 16:52 Uhr

Bäckerei in Alzenau

Bzgl. Georg Kirmaier: MB ging pleite weil die Familie den Betrieb mit insg. 5800 Mitarbeitern in BY - A - H an eine Niete, aus dem Norden der Republik verkaufte der dann Unfähige ebenfalls aus dem Norden kommend als so genannte Führungskräfte einsetzte. Was dann passierte war in Fachkreisen vorauszusehen.

DEZ
04
Georg Kirmaier, 15:42 Uhr

Messi-Mentalität

Oh, man sieht sich als Opfer? Man hätte keine Möglichkeit gebraucht um die Mängel zu beheben wenn man diese vorher vermieden hätte. Aber hallo, der Betrieb hätte erst gar nicht so verlottern dürfen. Wie blind oder abgebrüht muß man sein, daß man nicht mitbekommt, daß sich das Ungeziefer breit macht? Als verwahlloster Messi kann man bei RTL 2 reüssieren aber doch nicht wenn es um die Herstellung von Lebensmittel geht. Zurück zum Artikel: Müller hat nicht Insolvenz anmelden müssen, weil man Schädlinge gefunden hat. Man ging pleite, weil die Produktionsstätten nicht kurzfristig gereinigt wurden und so zu lange verfkaufsfähige Ware von anderen Bäckern gekauft werden mußte. Da ist die Spanne natürlich nicht mehr so knusprig. Zudem kam es zu einer deutlichen Verschlechterung des Kundenvertrauens, was die Umsätze einbrechen hat lassen. Man geht nicht pleite weil man Ungeziefer hat, sondern man geht pleite wenn man unfähig ist, die Bude umgehend zu sanieren.

DEZ
04
Huber, 15:42 Uhr

Alzenauer Bäckerei

Endlich nennt die AZ mal den Alzenauer Betrieb eine Bäckerei also ein Handwerksbetrieb und nicht wie vor Wochen Großbäckerei.