Fast eine Stunde sitzen die Passagiere nach einem Defekt in der Alpspitz-Bahn fest.

Garmisch-Partenkirchen - Strahlend blauer Himmel, Sonne und jede Menge Schnee. An der Alpspitz-Bahn drängen sich die Skifahrer. Sie alle wollen von der Hochalm rauf zum Osterfelderkopf (2057 Meter). Die Kabine ist mit 40 Personen brechend voll.

Normalerweise geht es ruckzuck rauf auf den Berg. Nicht bei der Fahrt am 17. März. „Nach etwa zwei Minuten knallte es laut“, erzählt Franz P., „die Bahn blieb plötzlich stehen.“

Die Passagiere in der Gondel denken sich zunächst nichts dabei.

Doch als es nach 20 Minuten noch immer nicht weitergeht, werden die ersten unruhig. „Einige bekamen Angst“, berichtet der Regierungsdirektor a. D., „keine Durchsage, keinerlei Infos, nichts.“ Kabinenpersonal gibt es nicht an Bord. Die Türen funktionieren automatisch.

Drama an Bergstation: Drachenflieger stürzt auf Tegelberg-Bahn

In der Kabine herrscht drangvolle Enge. Die Sonne scheint durch die Fenster. Alle haben Skibekleidung an, es wird immer heißer und stickig in der Gondel. „Von der Decke tropfte Schwitzwasser auf uns herab“, so Franz P..

Endlich geht es weiter, aber nur langsam im Schneckentempo. 15 Minuten vergehen, bis die Kabine oben an der Bergstation Osterfelderkopf endlich ankommt. Die Leute sind erleichtert. Sie drängen raus auf sicheren Boden.

Gut ein Dutzend Menschen sind noch an Bord, als plötzlich die Tür wieder zugeht. Die Kabine setzt sich in Bewegung und fährt einige Meter zurück in Richtung Tal.

Nach weiteren zehn Minuten können die letzten Passagiere endlich die Kabine verlassen. Franz P. erkundigt sich bei einem Mitarbeiter, warum die Sprechverbindung mit der Berg- oder Talstation nicht funktioniert habe. Das sei halt so bei einem Totalausfall, bekommt er lapidar als Antwort.

Inzwischen hat der Regierungsdirektor an die Zugspitzbahn, zu der auch die Alpspitz-Bahn gehört, einen Brief geschrieben. Er will wissen, wie es zu der Panne kam. „Außerdem sollte bei einer modernen Seilbahn auch im Notfall die Kommunikation funktionieren,“ sagt Franz P.