Ärger wegen der Bezahlung So lief die erste Party im Contenance Club

Im Contenance Club bekommt jeder Mann drei Mitgliedskarten (und somit Kaviar, Wein, Schnaps und Wodka satt) Foto: Privat

Die erste Party im Contenance Club in München und ihre Folgen: zwei Kilo Kaviar, ein gewaltiger Frauenüberschuss und Streit ums Geld – die AZ kennt die Details.

München - Was wurde alles getuschelt, gelästert und geschimpft. In Münchens Contenance Club, dem Club für superreiche Männer in einem geheimen Kellergewölbe, dürfen Frauen ungefragt nicht sprechen und nur als junge, schöne Deko anwesend sein. Die Mitgliedschaft kostet die Herren bis zu 50.000 Euro im Jahr, dafür gibt es Champagner, Dekadenz und Luxus satt.

Der Contenance Club war plötzlich deutschlandweit in aller Munde: protzig, frauenverachtend, eine Frechheit. Hieß es. Was aber niemand weiß: Wie feiert es sich denn nun in den (schein-)heiligen Hallen? Kürzlich hat die erste inoffizielle offizielle Party im Geheimclub stattgefunden.

Die Männerrunde ist bunt gemischt

Was zunächst auffiel: Petrus ist kein Fan vom Club. Er schickte Frost und Schneeregen an dem Abend nach München, so dass mehrere Gäste und Mitarbeiter Autounfälle hatten und kurzfristig absagen mussten. So blieben auch einige Service-Mitarbeiter (inklusive Goldbesteck) auf der Strecke, weshalb das teure Wagyu-Fleisch eben mit den Fingern gegessen werden musste. Die reichen Gäste hielten es für einen Party-Gag und fanden’s toll.

Die anwesenden Herren (22 bis 63 Jahre), die für ihre Club-Mitgliedschaft Karten bekommen, waren wild durchgemixt. Drei Erben (Putzmittel, Auto, Museum) trafen auf den Europa-Chef einer Champagner-Firma, einen Logenbesitzer der Allianz Arena, einen Standl-Besitzer auf der Wiesn, Hotelbesitzer aus Mallorca und Ischgl, einen Immobilien-Guru und einen ehemaligen Backgammon-Champion. Und vor allem: auf sehr viele Frauen.

Der gewaltige Frauenüberschuss lag ebenfalls an manch wetterbedingter Absage. Die gecasteten Models (20 bis 35 Jahre) raubten mit ihrer Schönheit den Männern nicht nur den Atem, sondern auch die Sprache. Eine Dame meinte später: "So selten wurde ich noch nie angesprochen, Was für ein entspannter Abend."

Ärger wegen der Bezahlung

Hintergrund: Die Vielzahl der Beautys wirkte auf viele Gäste einschüchternd. Auch Iris aus Berlin, die ihren Nachnamen hier nicht lesen möchte, war da. Sie ist Chefin einer Agentur für schöne Frauen und wurde über einen der Clubbetreiber angesprochen. Ursprünglich sollte sie elf Mädels für den Abend nach München bringen. Für 2.500 Euro.

In zwei Autos fuhren sie her, doch ein Wagen wurde in einen Auffahrunfall verwickelt, die Reise musste abgebrochen werden. So kam Iris nur mit fünf Frauen an – Teamleaderin Cosima, Nina (könnte ein Double von Gabriela Sabatini sein), der 1,84 Meter großen Julia, der blonden Heidi und der rothaarigen Anne (alle Namen von der Redaktion geändert).

Vor dem Arbeitsbeginn hatte Iris mit einem der Clubbetreiber, die alle nicht genannt werden wollen, ein neues Honorar vereinbart: 1.500 Euro. Als sie nachts mit ihren Frauen wieder Richtung Hotel fahren wollte, wurde ihr das Geld verwehrt. Zur AZ sagt Iris: "Den Mädels hat der Abend eigentlich gut gefallen. Aber dass wir jetzt nicht bezahlt werden, ist eine riesige Sauerei. Ich bin stinksauer. Mir geht es nicht ums Geld, sondern ums Prinzip. Ausgemacht ist ausgemacht."

Ein schriftlicher Vertrag existiert nicht, die Deals wurden mündlich und per WhatsApp eingefädelt. Iris hat ihre Mitarbeiterinnen nun aus eigener Tasche bezahlt. Das versprochene Geld hätte sie aber gern. Warum will der Männerclub die Frauen nicht bezahlen? Einer der Herren erklärt der AZ: "Die Dame wollte das Geld schwarz haben. So etwas machen wir nicht, wir sind seriös. Sie muss uns eine Rechnung schicken."

Stichwort: seriös. Da gehen die Meinungen stark auseinander. Iris meint: "Einige der Gäste haben unseren Mädels Drogen angeboten. Total unseriös." Der Clubbetreiber erwidert, die Berlinerinnen hätten sich mit Champagner und Wodka betrunken, zwei Mädels seien nicht die versprochenen Models auf den vorab verschickten Fotos gewesen und hätten nicht so top wie versprochen ausgeschaut: "Wir zahlen nicht für vereinbarte Leistungen, die wir nicht bekommen." Nach der Party jetzt also der große Kater? Ein Happy End kündigt sich doch an.

Zwei Kilo Kaviar bleiben übrig

Der Club-Mann sagt: "Eine Aufwandsentschädigung können wir gern bezahlen." Iris hält dagegen: "Ich werde eine Rechnung aufsetzen." Wie auch immer sie sich einigen, neben dem Streit gibt es weitere Folgen: Zwei Kilo Kaviar blieben übrig. Und die Erkenntnis: Karaoke hilft immer. Als die männlichen Gäste immer noch eingeschüchtert zwischen den vielen Frauen saßen, kam von den CC-Machern die Karaoke-Idee auf. Was gesungen wurde? "Ein bisschen Spaß muss sein" und "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben".

Lesen Sie auch: Die irren Jobanforderungen im Münchner Contenance Club für Frauen

Jetzt neu: Die AZ-App mit Push-Benachrichtigung!

Verpassen Sie nie mehr, wenn in München, Bayern oder Welt etwas passiert. Die App für Android und iOS mit automatischer Benachrichtigung für Ihr Smartphone oder Tablet gibt es hier kostenlos zum Download:

Android-App jetzt herunterladen iOS-App jetzt herunterladen!

 

17 Kommentare

Kommentieren

  1. null