Acht Prozent weniger Geringe Hopfenernte: Weniger Bier als in den Vorjahren?

Die Hopfenbauern rechnen 2017 mit etwa acht Prozent weniger Ernte. Foto: Felix Kästle/dpa

Aufgrund der hohen Temperaturen und des wenigen Regens rechnen Landwirte mit einer niedrigeren Hopfenernte als im Vorjahr. Müssen sich Biertrinker nun Sorgen machen?

Wolnzach - Die bayerischen Hopfenbauern rechnen im laufenden Jahr mit einer niedrigeren Ernte als 2016. Der Ertrag des Anbaugebietes in der Hallertau werde voraussichtlich 33.850 Tonnen betragen, teilte der Verband deutscher Hopfenpflanzer am Donnerstag in Wolnzach mit. Das wären rund acht Prozent weniger als im Vorjahr.

Günstige Witterungsverhältnisse mit nicht zu hohen Temperaturen und ausreichend Niederschlägen zu Beginn der Ernte Anfang August hätten eine durchschnittliche Ernte begünstigt. "Die Bestände sind sehr gesund und lassen eine gute Qualität erwarten", hieß es weiter. Auf einer Fläche von 16 310 Hektar wird in der Hallertau Hopfen angebaut. Im Vorjahr hatten die Hopfenbauern dort auf einer kleineren Fläche von 15.510 Hektar 36.953 Tonnen eingefahren.

Acht Prozent weniger

Deutschlandweit wird ebenfalls von einem Rückgang ausgegangen: Der Prognose zufolge könnten dieses Jahr im Bundesgebiet gut 39.224 Tonnen zusammenkommen. 2016 wurden 42.766 Tonnen geerntet. Das wäre ein Minus von mehr als acht Prozent. Die Anbaufläche wuchs von 18.598 auf 19.543 Hektar.

Sorgen um die Bierproduktion sind laut Deutschem Brauer-Bund aber nicht angebracht. Hopfen werde in der Regel über mehrjährige Vorverträge gehandelt. Die meisten Brauereien verfügten über ausreichende Vorräte und könnten so auf die Jahr für Jahr unterschiedlichen Ernteszenarien flexibel reagieren.

Auch am Bodensee weniger Hopfen

Im bundesweiten Vergleich sind die bayerischen Erzeuger in Sachen Anbau und Ernte führend. An zweiter Stelle kommen die Hopfenbauern am Bodensee. Diese erwarten in diesem Jahr eine etwas kleinere Ernte als im Vorjahr. Der Ertrag werde derzeit auf 1975 Tonnen geschätzt, sagte der Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbands Tettnang, Jürgen Weishaupt.

2016 ernteten die Landwirte in der Region 2194 Tonnen. Grund für den Rückgang seien unter anderem Hagelschäden. Tettnang ist dem Hopfenpflanzerverband zufolge nach der Hallertau das zweitgrößte Anbaugebiet für Hopfen in Deutschland. 133 Betriebe bauen die Pflanze auf einer Fläche von 1353 Hektar an. Bis zu 75 Prozent des Tettnanger Hopfens gehen demnach in den Export, vor allem in die USA. Der Rest ist für den deutschen Markt bestimmt.

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