Abteilung Attacke Lahm, Neymar, Costa, Dembélé, 1860: Uli Hoeneß teilt aus

Die Abteilung Attacke ist zurück: Uli Hoeneß teilte im Sky-Interview kräftig aus. Foto: dpa

Für seine neue Sendung bei Sky Sport News HD konnte sich Jörg Wontorra gleich über einen Hochkaräter aus dem deutschen Fußball freuen: Uli Hoeneß war zu Gast – und nahm kein Blatt vor den Mund.

München – Egal ob es um die Wahl des Sportdirektors oder irre Ablösesummen ging: Bayerns Präsident wählte klare Worte – die Abteilung Attacke lief auf vollen Touren. In vielen Punkten dürfte Hoeneß dabei Fans aus der Seele gesprochen haben, doch insbesondere seine Spitzen gegen Philip Lahms Berater und den TSV 1860 München könnten noch für etwas Unruhe sorgen.

Wir haben seine wichtigsten Aussagen für Sie zusammengefasst.

Uli Hoeneß über..

...Sportdirektor Hasan Salihamidžić und den Vergleich mit Matthias Sammer: "Man sollte nicht in den Medien dazwischenhauen, sondern intern - und das kann und tut er auch. In den ersten 14 Tagen hat er mehr dazwischengehauen als Matthias Sammer in einem ganzen Jahr. Nach den ersten 14 Tagen muss man sagen, dass wir vielleicht die Königslösung gefunden haben. Er ist von morgens um acht Uhr bis abends um 22 Uhr da. Es war dringendst notwendig, beim FC Bayern einen Sportdirektor einzusetzen. Carlo Ancelotti hat das wohl falsch eingeschätzt. Es war eine riesige Lücke entstanden."

...Philipp Lahm, der dem FCB eine Absage für das Amt des Sportdirektors erteilte: " Wir schätzen Philipp Lahm, aber nicht seinen Berater. Den hätten wir aber mit einkaufen müssen, wenn er Sportdirektor geworden wäre. Glauben Sie, dass es klug gewesen wäre, dass er am 30. Juni mit dem Fußball aufhört und dann am 1. Juli Ansagen an die Spieler macht, mit denen er zuvor noch gespielt hat? Da braucht es doch auch eine Cool-down-Phase."

...die Saisonziele: "Die Märchen mit den drei Titeln kann doch eh keiner mehr hören. Wir wollen Deutscher Meister werden, das sagen wir ganz deutlich. Alles andere ist die Sahne auf dem Kaffee. Wenn er dabei ein paar junge Spieler einbaut, sind wir zufrieden."

…wechselwillige Spieler und Ausstiegsklauseln: "Wenn der FC Bayern entscheidet, dass ein Spieler zu bleiben hat, dann hat er zu bleiben. Wir verweisen dann immer auf das Ende der Vertragslaufzeit. Das Wort 'No' ist ein ganz wichtiges Wort in dem Zusammenhang. Vielleicht würde es helfen, keine Ausstiegsklauseln mehr zu machen. Beim FC Bayern gibt es keine Ausstiegsklauseln, das haben wir noch nie gemacht."

...Stars mit Allüren: "Man sollte die Spieler nicht wie Götter behandeln, wenn sie sich nicht wie Götter benehmen."

...Dortmund und den Fall Dembélé: "Ich muss sagen, dass Borussia Dortmund sich bislang sehr gut verhalten hat. Als großer Verein, und das ist die Borussia nun mal, muss man auch mal hart durchgreifen. Bis zum 31. August kann er ja auf einem Nebenplatz laufen. Ich wäre an das Thema genauso wie Borussia Dortmund rangegangen."

...Douglas Costa: "Er hat genauso gehandelt wie Dembélé. Wir haben gesagt: So ein Spieler, der nach so kurzer Zeit mehr Geld und wieder weg will, obwohl er nicht mal gute Leistungen gebracht hat, den müssen wir schleunigst wieder loswerden. Wir sind ihn Gott-sei-Dank wieder losgeworden."

…eine Rückkehr von Doc Müller-Wohlfahrt: "In der Form wie früher wird er sicher nicht zurückkommen, aber wir arbeiten daran, ihn wieder stärker einzubinden."

…das Interesse, BVB-Scout Sven Mislintat als Reschke-Ersatz zu verpflichten: " Das Thema ist erledigt, weil Dortmund schon erklärt hat, dass sie ihn nicht weggeben wollen. Der Chefscout hat sich bei einem anderen Verein als Sportdirektor beworben [VfB Stuttgart], zu dem nun Michael Reschke gewechselt ist. Dort hat er den Job nicht bekommen, deshalb haben wir angefragt, ob er sich das vorstellen könne, zu uns zu kommen. Das war der Fall, aber dann hat Dortmund gesagt, dass sie ihn nicht abgeben. Damit war das Thema erledigt. Wir haben nicht verhandelt."

...Veränderungen in der Transferpolitik: "Früher hat man sich die Hand gegeben und alles hat gepasst, heute brauchst du zwölf Anwälte um so was zu regeln."

...Wechselwahnsin rund um Neymar: "Ich weiß nicht, ob Neymar so eine Ablöse wert ist. Weder für 222 Millionen noch für weniger hätte ich Neymar geholt, so gut finde ich den gar nicht. Als wir damals an Neymar interessiert waren, gab es diverse undurchsichtige Finanzierungsmethoden und es wollten zu viele Leute mitverdienen, sodass wir davon die Finger gelassen haben."

...den Total-Absturz des TSV 1860: "Das haben sie sich selbst zuzuschreiben. Das ist die Konsequenz jahrzehntelanger Politik."

...Hilfe des FC Bayern für die Löwen vor dem Lizenzentzug: "Der FC Bayern hat genug geholfen und das hat alles nichts genützt."

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