Die Abendzeitung hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Das ist bitter – heißt aber nicht, dass alles vorbei ist. Mit der AZ und abendzeitung.de geht es weiter – wie, lesen Sie hier

München - Wir sind traurig und geschockt. Aber wir geben nicht auf. Obwohl die Abendzeitung München am Mittwoch Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat, werden wir – die Redaktion, die Anzeigen-Abteilung, der Vertrieb und alle anderen Teile des Verlags – weiterarbeiten. Für Sie.

Weil wir Sie, liebe Abonnenten und Kiosk-Käufer, weiterhin jeden Werktag mit einer druckfrischen Abendzeitung bedienen wollen. Weil wir Ihnen gerne sekündlich neue Nachrichten auf abendzeitung-muenchen.de liefern. Weil wir finden, dass München ohne Abendzeitung wie Hirn ohne Beiß ist.

Ja, die Lage ist ernst: Die Abendzeitung hat vergangenes Jahr erneut ein Minus erwirtschaftet. Zusammen mit diesen zehn Millionen von 2013 summieren sich die Verluste seit 2001 auf rund 70 Millionen Euro.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung im Wortlaut

Um diese Verluste aufzufangen, hat die Verlegerfamilie Friedmann Rücklagen aufgelöst und unter anderem den Erlös aus dem Verkauf des Gebäudes an der Sendlinger Straße in die AZ gesteckt. „Darüber hinaus haben wir viele Millionen aus privaten Mitteln hinzugegeben“, erläuterte Johannes Friedmann der Belegschaft am Mittwoch persönlich die Lage. „Jetzt sind wir aber am Ende, es ist schlichtweg nichts übrig. Wir können unsere geliebte AZ nicht mehr weiter betreiben.“

Daher blieb der Geschäftsführung nichts anderes übrig, als beim Amtsgericht Antrag auf Insolvenz zu stellen. Das ist aber nicht – wie früher – gleichbedeutend mit einer Pleite. Das sanierungsfreundliche deutsche Insolvenzrecht ermöglicht es, dass eine Insolvenz auch ein Neustart sein kann – und auch oft ist.

Die AZ erscheint weiter!

Entscheidend ist – für uns und für Sie: Die AZ erscheint weiter! Jeden Abend werden wir in Münchens Bahnhöfen und Wirtschaften zu haben sein.

Jeden Morgen werden unsere Abonnenten mit einer aktualisierten Ausgabe beliefert und die Kioske und Automaten bestückt. Jeden Werktag finden unsere Anzeigen-Kunden weiterhin ihre Inserate in einer der traditionsreichen Zeitungen der Republik.

„Der Verlag hat rechtzeitig Insolvenzantrag gestellt und damit gute Voraussetzungen für eine Fortführung geschaffen“, betont auch der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Münchner Rechtsanwalt Axel W. Bierbach.

Jetzt hoffen die Gesellschafter und Mitarbeiter der AZ, dass im Insolvenzverfahren ein Investor gefunden wird – bisher war der Einstieg eines Partners auch aus kartellrechtlichen Gründen verweigert worden. Wer ein Investor sein könnte, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass die 110 Mitarbeiter ihre nächsten drei Monats-Löhne über das so genannte Insolvenzgeld erhalten werden.

Wir glauben an eine Zukunft für Ihre und unsere AZ. Die haben wir, wenn Sie uns die Treue halten. Dafür möchten wir uns schon im Voraus bedanken.

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