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5000 Euro Belohnung Schuhbeck kämpft gegen Verleumdung

Sylvia Petersen, vom 18.07.2011 11:46 Uhr
Ist er das Opfer gemeiner Lügen? Alfons Schuhbeck betreibt am Platzl ein Gourmet-Restaurant. Foto: Martha Schlüter
Ist er das Opfer gemeiner Lügen? Alfons Schuhbeck betreibt am Platzl ein Gourmet-Restaurant. Foto: Martha Schlüter

Sternekoch Alfons Schuhbeck ist stinksauer: Unbekannte verbreiten im Internet böse Gerüchte über die Art, wie er seine Gäste behandele. So würden Gäste, die einander vom Teller probieren lassen, per Brief in der Rechnungsmappe aufgefordert, seine „Südtiroler Stuben“ nicht mehr aufzusuchen. „Totaler Schmarrn“, sagt Schuhbeck. Er geht in die Offensive: Wer ihm einen Rausschmiss-Brief plus Rechnung zeigt, erhält 5000 Euro Belohnung

München - Er ist stinksauer. Alfons Schuhbeck – sonst bekannt als gemütlicher Zeitgenosse – gerät richtig in Fahrt, als wir ihn mit Gerüchten konfrontieren, die im Internet und auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda Kreise ziehen.

Angebliche Gäste behaupten nämlich, dass der Starkoch, der am Platzl Sterne-prämierte Gerichte serviert, sich nicht nur die erlesenen Zutaten für seine Speisen aussucht, sondern auch die Kundschaft seiner Südtiroler Stuben. Wer nicht ins stilvolle Ambiente passe, werde diskret, aber deutlich hinauskomplimentiert. Üble Nachrede – oder geläufige Praxis?

Tatsächlich kursiert in einschlägigen Internetforen, in denen sich User über Rezepte und Restaurants austauschen, immer wieder ein ähnlicher Erfahrungsbericht – von unterschiedlichen Absendern verfasst. So schreibt jemand unter dem Pseudonym Casandra1234 auf der Seite tripadvisor.de – keine Internet-Klitsche, sondern immerhin das weltgrößte Portal für Reisebewertungen – über einen Besuch in den Südtiroler Stuben, der im Februar stattgefunden haben soll: „Jetzt kommt der Hammer: Als wir gezahlt haben, lag in der Rechnungsmappe ein Schreiben mit den Worten: Bitte nehmen Sie Abstand von weiteren Reservierungen in unserem Haus!“. Der Grund: Man habe von den Tellern der Anderen genascht und das werde nicht toleriert.

„Das ist totaler Schmarrn! So etwas hat es noch nie gegeben“, entrüstet sich Alfons Schuhbeck auf Nachfrage der AZ. „Der Gast ist bei uns König. Ich wär doch bescheuert, wenn ich so etwas machen würde.“ Nur einmal in 30 Jahren habe er einen Gast auf sein Benehmen ansprechen müssen, weil dieser betrunken gewesen sei.

Der Spitzenkoch vermutet, dass „irgendein Kasper“ das in die Welt gesetzt habe – „und jetzt verbreitet sich das Ganze wie ein Virus“.

Auffällig ist, dass die Userin Casandra1234, die angeblich von Schuhbeck Hausverbot bekam, eigentlich nicht wie eine typische Online-Unruhestifterin wirkt. In insgesamt 53 Beiträgen argumentiert sie auf tripadvisor.de recht sachlich, rezensiert Restaurants in München, Rom oder Berlin. Was hat Casandra1234 bei Schuhbeck wirklich erlebt? Eine Anfrage bleibt unbeantwortet.

„Das ist Rufschädigung, aber was will man machen?“, sagt ein verzweifelter Alfons Schuhbeck. „Ich kann Anzeige gegen Unbekannt stellen, aber was bringt mir das?“

Schuhbeck ärgert sich auch über ein anderes Gerücht: Angeblich stelle er teure Weinberatungen in Rechnung, wenn der Gast ihn gefragt habe, welchen Tropfen er zu dem Gang empfehlen könne. „Das ist lächerlich, das tut er nicht“, bezeugt Zafer Basaran, Personalchef in Schuhbecks Gastronomie-Unternehmen.

Fest steht, dass Schuhbeck nicht der einzige Sternekoch ist, dem die Rausschmiss- und Weinabzocke-Praxis nachgesagt wird. Auch sein Spezl Johann Lafer ist betroffen. „Vorher war’s der Lafer, jetzt sind wir dran“, meint Basaran.

„Niemand hat mir bisher dieses Schreiben mit dem Hausverbot zeigen können“, ärgert sich Schuhbeck. Und will jetzt in die Offensive gehen: Ab heute setzt er 5000 Euro Belohnung aus – für denjenigen, der ihm dieses Schreiben samt Rechnungsnachweis vorlegt. Ob sich jemand meldet?

 

Kommentare (29)
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JAN
07
16:40 Uhr, geschrieben von Stefan
Habe mir mal die Mühe gemacht...
... und alle diese Kommentare gelesen, interessant ist doch das JEDER der glaubt das es den Brief gäbe davon nur gehört hat während alle die NICHT an den Brief glauben schon mal SELBST Gast waren? Was stimmt nun? Die Cousine meiner Mutters Freund hat gesagt? Ich finde das alles Peinlich und unterstreicht nur den Charakter der Leute hier. Gute Nacht.
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JAN
03
19:16 Uhr, geschrieben von BraunmausBellenberger
selten so einen Scheissdreck gehört!
Wir waren im letzten Jahr in ca. 10 2 - 3 Sternerestaurants - überall haben wir nach dieser Geschichte gefragt und überall wurde erzählt, dass dieser Blödsinn rum erzählt würde. Wir probierten fleissig untereinander, wir probierten fleissig empfohlene Weine (die Proben waren allesamt kostenlos!) und mussten weder einen Brief, noch eine Berechnung für die Beratung in Empfang nehmen. Wer so etwas behauptet, ist sicher gourmettechnisch nicht über McDonald oder das örtliche Bahnhofsrestaurant hinaus gekommen.
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DEZ
05
07:54 Uhr, geschrieben von Nörgler
Wer als Starkoch
unter seinem Namen Fertiggerichte verhökern lässt und für Mc Donalds Hamburger kreiert, dem ist alles zuzutrauen. Der Alfons ist halt gar sehr geschäftstüchtig und von seiner Wichtigkeit eingenommen.
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