436 Bewohner mussten raus Obergiesing: Studentenwohnheim abgerissen

Nur noch Schutt ist vom alten Wohnheim an der Chiemgaustraße über. Foto: Lea Kramer

436 Bewohner mussten raus. An gleicher Stelle entsteht ein Neubau mit 740 Zimmern.

Ein paar Mal macht es Rumms – und dann ist plötzlich nichts mehr da außer Schutt. Damit ist die "Wohnanlage Chiemgaustraße“ Geschichte und mit ihr irgendwie auch die Erinnerungen ihrer Bewohner.

Hat nicht noch bis zuletzt die Regenbogenflagge an einem der Balkone im Wind geflattert? Sein Besitzer ist bereits umgezogen und mit ihm die restlichen 435 Studenten. Für immer, denn bis zwischen Traunsteiner-, Sintpert-, Chiemgau- und Weißenseestraße wieder ein Wohnheim steht, haben die alten Bewohner ihr Studium beendet. Erst im Mai 2024 soll der "Neubau einer Anlage für rund 740 Studierende“, wie es beim Studentenwerk heißt, auf dem knapp zwei Hektar großen Geländes abgeschlossen sein.

Fünf Geschosse soll das neue Wohnheim bekommen. Ein grüner Innenhof wird die beliebte Grillwiese vor den Gebäuden ersetzen. Was aus Fitnessraum, Fotolabor oder Musikzimmer wird, bleibt abzuwarten. Möglicherweise werden sie als eine der "halb-privaten Zonen“ zurückkehren, die das Berliner Architekturbüro Geier Maas in den Entwurf eingeplant hat.

Fest steht: Wohngruppen wird es weniger geben – zugunsten von Einzelzimmern mit integrierten Nasszellen. Das Zusammenleben in Vierer-, Fünfer- und Sechser-Wohngemeinschaften entspräche nicht mehr den "heutigen Ansprüchen“, heißt es vom Studentenwerk. Aufgrund der geringen Gebäudetiefe sei deshalb die Entscheidung für den Abriss gefallen. Der soll in drei Bauabschnitte aufgeteilt werden und 20 Millionen Euro kosten. Gefördert wird der Bau vom Freistaat Bayern.

Ursprünglich war der Gebäudekomplex Teil der nahen McGraw-Kaserne. Bis 1993 wohnten amerikanische Soldaten mit ihren Familien in den Appartements. Das Studentenwerk kaufte ein Drittel des Areals nach dem Abzug der Truppen und baute es zum Wohnheim um.

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