Die Löwen gewinnen das dritte Spiel in Serie und rücken damit auf den Nicht-Abstiegsplatz vor. Trainer Möhlmann: „Wir haben dieses Miteinander“

München - Der TSV 1860 hatte da eine Verpflichtung. Nach zwei Siegen in zwei Spielen sollte die perfekte Woche her, um die Ausgangssituation im Abstiegskampf grundlegend zu verbessern. Die Löwen hielten Wort: Sie vergoldeten ihre Leistung mit dem dritten Dreier in Serie.

„Das war eine perfekte Woche, wenn man das Ergebnis nimmt. So eine haben wir gebraucht“, freute sich Kapitän Christopher Schindler. Mit dem 3:2 (2:1)-Sieg gegen den SV Sandhausen machte die Elf von Trainer Benno Möhlmann den dritten Sieg in sieben Tagen perfekt – alle Neune für die Löwen! Schindler (11.), Sascha Mölders (30.) und Michael Liendl (62.) per Elfmeter trafen für 1860, Aziz Bouhaddouz (12.) und Ranisav Jovanovic (72.) erzielten die Gäste-Treffer.

„Besser hätten wir uns das nicht malen können. Neun Punkte geholt, damit haben wohl die wenigsten gerechnet. Zehn Punkte in vier Spielen hört sich fast noch besser an“, sagte Mölders. Aber drei Siege hintereinander? Das gabs zuletzt in der vorletzten Saison: „Im April 2014“, sagte Schindler lachend und gab zu, dass viel Druck von der Mannschaft abgefallen war: „Wir sind unheimlich erleichtert. Endlich kippen so enge Spiele in unsere Richtung.

Lesen Sie hier die Stimmen zum Spiel: Schindler - "Perfekte Woche, zumindest vom Ergebnis"

 

Karlsruhe spielt für die Löwen

 

Karlsruhe war es, der den Sieg noch wertvoller machte: Weil Fortuna Düsseldorf im Fernduell gegen den KSC verlor, schaffte Sechzig sogar das Kunststück, die Fortunen zu überholen. Zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag grüßen die Löwen vom direkten Nichtabstiegsplatz. Sascha Mölders meinte: „Ich habe letzte Woche gesagt: Wir sind jetzt Sechzehnter, das ist wichtig für den Kopf – den Platz geben wir nicht mehr her. Jetzt sage ich: Wir sind Fünfzehnter: noch besser für den Kopf und den wollen wir jetzt auch nicht mehr hergeben.“

Dabei verschliefen die Löwen den Beginn komplett: Leart Paqarada hätte die Sandhäuser gleich zweimal in Führung bringen können, traf mit seinem ersten Freistoß aus aber nur die Latte (5.), der zweite strich hauchdünn am Pfosten vorbei (8.). Besser machten es 1860 kurz darauf: Kai Bülow scheiterte noch mit seinem Kopfball an Sandhausen-Keeper Knaller, nach Hereingabe von Mölders ließ Schindler mit einem Kopfball in die lange Ecke zum ersten Mal die Korken knallen. Die Freude währte jedoch nur kurz: Bouhaddouz traf artistisch per Fallrückzieher zum Ausgleich. Die Löwen blieben zu passiv, also musste wieder ein Liendl-Freistoß herhalten: (siehe Story unten): Diesmal war es Mölders, der seinen zweiten Saisontreffer erzielte.

Zur Pause durfte dann ein Ex-Löwe eingreifen: Korbinian Vollmann kam in die Partie und brachte spürbar Schwung beim SVS. Einen Freistoß jagte der erst in der Winterpause abgewanderte Mittelfeldspieler an den Pfosten (55.). Trotzdem waren es die Löwen, die dank Liendls Strafstoß auf 3:1 erhöhten. Nach dem Anschlusstreffer durch den eingewechselten Jovanovic mussten die Löwen nochmal zittern, doch am Ende reichte es zum nächsten Sieg. „Wir haben dieses Miteinander, das gemeinsame Laufen und Kämpfen und werden im Moment dafür belohnt“, sagte Trainer Möhlmann. Mit einer perfekten Woche.