In Duisburg lief alles gegen die Löwen: Doch trotz Rückstand und Handelfmeter für die Gegner drehen die Löwen das schon verloren geglaubte Spiel.

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DUISBURG - Alexander Schmidt musste sich fühlen, als sei er in der Zeit zurückgesetzt worden. Wieder spielten die Löwen ordentlich, wieder lag eigentlich kein Gegentor in der Luft. Dann hatte Stürmer Ola Kamara aus unerklärlichen Gründen seine Hände zu hoch in der Luft, es gab Elfmeter für Duisburg. Gefühlte Folge acht der Reihe: "Die unklugen Löwen."

Doch anders als in den letzten Spielen - von den zuvor letzten acht Partien gewann 1860 nur eine - wendete sich das Blatt in Duisburg nicht gegen den TSV. Kiraly hielt den Strafstoß von Brosinski, nur vier Zeigerumdrehungen später erzielte Kai Bülow die Führung, als er einen eigentlich verünglückten Schussversuch von Daniel Halfar ins Gehäuse lenkte.

Bereits nach neun Minuten erzielte der MSV zuvor die Führung. Ranislav Jovanovic nutzte die Behäbigkeit von Malik Fathi und Daniel Bierofka und ließ Gabor Kiraly keine Abwehrmöglichkeit. Nach einer Viertelstunde egalisierte Bobby Wood den Rückstand. Nach einem Eckball nutzte er das Durcheinander im Duisburger Strafraum. Ausgerechnet Wood, der nur auf Grund der Verletzung von Rob Friend spielte.

In Durchgang zwei entwickelte sich ein flottes und abwechslungsreiches Bundesligaspiel. Die Löwen agierten weiterhin mutig, versuchten viel. Lediglich an der Genauigkeit haperte es. Bestes Beispiel: Die 67. Minute, als Daniel Halfar alleine auf MSV-Schlussmann Roland Müller zulief, sich das Leder aber in letzter Sekunde doch noch vom Fuß nehmen ließ. Zudem versuchten es die Gäste immer wieder mit Distanzschüssen. Klar, vor allem Moritz Stoppelkamp wollte sich freilich zeigen. Er wurde in Duisburg geboren und spielte viele Jahre in den Jugendmannschaften des MSV.

Doch auch der MSV blieb gefährlich. Kai Bülow und Guillermo Vallori bildeten allerdings ein starkes Innenverteidigerduo. Erst in Minute 81 kamen die Gastgeber noch einmal gefährlich vor das Löwen-Tor. Sehr gefährlich. Ranislav Jovanovic setzte sich auf dem Flügel durch, legte auf Sascha Dum zurück, der an Gabor Kiraly scheiterte. Wieder Kiraly. Wieder glänzend. Zu seiner Vertragsverlängerung kann man den Löwen nur eine Glückwunschkarte schicken.

Es folgte ein Deja-vu. Der MSV scheitert auf bester Position. Und die Löwen? Schlagen auf der anderen Seite einfach zu. Moritz Stoppelkamp wurde für sein großes Engagement belohnt und sorgte in seiner Heimat für die Entscheidung. 3:1 - Ende, Aus.

So fuhr Trainer Alexander Schmidt nun endlich seinen zweiten Sieg als Löwen-Trainer ein. Er war absolut notwendig, um die Stimmung einigermaßen oben zu halten. Es war ein Anfang. Jedoch ein guter.

 

 

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