2. Stammstrecke reicht nicht Jetzt will auch die CSU einen S-Bahn-Ring

15 S-Bahn-Haltestellen könnte der S-Bahn-Ring umfassen: Sieben davon (in der Karte schwarz geschrieben) gibt es schon. Acht (rot) müssten neu gebaut werden. Foto: Herzog, Atabay, OpenStreetMap

Die Stadratsfraktion fordert, den Südring dafür zu nutzen – aber auch für den Norden zu planen.

München - Vor Monaten brachte Münchens Freie-Wähler-Chef Michael Piazolo eine alte Idee neu in die Debatte ein: einen S-Bahn-Ringschluss um München. Jetzt springt die Stadtrats-CSU auf: Mit einem Antrag im Rathaus forderte sie gestern, die Umsetzung einer Ringbahn zu prüfen – und Flächen dafür freizuhalten.

"Jetzt ist der Zeitpunkt günstig, eine Realisierung zu prüfen", heißt es in einer Mitteilung der Fraktion. "Trotz des Baus der Zweiten Stammstrecke ist es klug, bereits heute weitere Ausbauoffensiven zu prüfen, um das sternförmig angelegte ÖPNV-Netz mit Tangentialoverbindungen zu ergänzen."

Die Ringbahn soll weitgehend auf bestehenden Gleisen laufen, im Süden könnten zum Beispiel S-Bahnhöfe Poccistraße und Kolumbusplatz entstehen, im Norden werden Gleise bisher nur für den Güterverkehr genutzt. "Die Vorteile der Ringbahn liegen auf der Hand", sagte CSU-Stadtrat Johann Sauerer. "Eine Kapazitätsausweitung des Bestehenden Schienennahverkehrs, bessere und schnellere Umsteigeverbindungen, attraktivere Alternativen zur motorisiertem Individualverkehr."

Während sich also nun die Stadtrat-CSU für die Ringbahn stark macht, zeigten sich die Landtags-Kollegen im Oktober 2016 deutlich zurückhaltender: Das Projekt sei gut, sagte der CSU-Abgeordnete Erwin Huber damals im Gespräch mit der CSU. "Für das nächste Jahrhundert."

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